Politik

Autonomie Freilassung der Separatistenführer gefordert

Barcelona im Generalstreik

Archivartikel

Barcelona.Die Proteste der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die Haftstrafen für neun Separatistenführer haben am Freitag auch die Sagrada Familia erreicht, eines der Wahrzeichen Barcelonas. Demonstranten blockierten im Rahmen eines in der gesamten Region ausgerufenen Generalstreiks die Zugänge zu dem weltberühmten Gotteshaus.

„Picknick für die Republik“, lautete das Motto der Aktion, bei der die Teilnehmer lautstark die Freilassung der Separatistenführer aus der Haft forderten. Fünf „Märsche für die Freiheit“ flossen am Nachmittag in Barcelona zu einer Großkundgebung zusammen. Nach Schätzungen spanischer Fernsehsender gingen im Zentrum Hunderttausende auf die Straßen.

Spitzen-Fußballspiel abgesagt

Die Aktionen sind eine Reaktion auf die Urteile des Obersten Gerichts in Madrid, das am Montag sieben ehemalige Spitzenpolitiker der abtrünnigen Region und zwei Anführer ziviler Organisationen des Aufruhrs für schuldig befunden und zu langen Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt hatten.

Mehrere Dutzend Flüge vor allem der Gesellschaften Iberia und Vueling wurden gestrichen. Auch der Zugverkehr war beeinträchtigt, Dutzende Straßen blockiert. Hafenarbeiter und Angestellte der VW-Tochter Seat legten die Arbeit ebenso nieder wie die Belegschaft der katalanischen Supermarktkette Bonpreu.

Das für den 26. Oktober geplante Spitzenspiel der spanischen Liga zwischen dem BC Barcelona und Real Madrid wurde aus Sicherheitsgründen verschoben. An dem Tag soll in der Stadt erneut eine Großdemo stattfinden. Die Partie findet nun am 18. Dezember im Stadion Camp Nou statt – beide Clubs stimmten diesem Datum zu.

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