Politik

Unternehmen Auch SAP und MVV bestätigen Infizierte

BASF mit erstem Fall

Archivartikel

Ludwigshafen/Sankt Ingbert/Mannheim.Ein Mitarbeiter des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Es handle sich um einen Beschäftigten aus Neustadt an der Weinstraße, der am Standort Ludwigshafen arbeitet, teilte eine Unternehmenssprecherin dieser Redaktion mit. „Das zuständige Gesundheitsamt in Neustadt und BASF kontaktieren in enger Zusammenarbeit die im unmittelbaren Arbeitsumfeld tätigen BASF-Mitarbeiter direkt.“ Damit sind Kontaktpersonen des erkrankten Mitarbeiters gemeint. „Der Empfehlung des Gesundheitsamts folgend, bleiben sie, wie der infizierte Kollege selbst, zu Hause unter Quarantäne.“ Der werksärztliche Dienst der BASF arbeite weiter eng mit den zuständigen Behörden zusammen und erwäge in Absprache mit den Behörden im Umfeld des betroffenen Mitarbeiters weitere Maßnahmen.

Virus-Krise trifft Industrie

Der Softwarekonzern SAP teilte am Sonntagmittag indes mit, dass sich insgesamt drei Mitarbeiter nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert haben. Nach Unternehmensangaben handle es sich um drei Beschäftigte am SAP-Standort Sankt Ingbert im Saarland, teilte ein Sprecher dieser Redaktion mit. „Alle Kollegen werden entsprechend medizinisch versorgt und befinden sich zu Hause in Quarantäne. Vorsorglich haben wir beschlossen, alle Bürogebäude vor Ort zu schließen und umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen durchzuführen.“ Die Mitarbeiter am Standort seien bis auf weiteres angehalten, von zu Hause zu arbeiten. „Nach wie vor stimmen wir alle Maßnahmen eng mit den lokalen Gesundheitsbehörden ab. Diese prüfen derzeit, mit wem die Kollegen weiteren Kontakt hatten.“

Auch das Mannheimer Energieunternehmen MVV meldete im Laufe des Sonntags seinen ersten Corona-Fall. Wie ein Sprecher der Redaktion mitteilte, sei ein Mitarbeiter des Unternehmens, der vor wenigen Tagen aus dem Ski-Urlaub aus dem italienischen Trentino zurückgekehrt ist, ebenfalls positiv auf Covid-19 getestet worden.

„In enger Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt haben wir ihn unverzüglich in häusliche Quarantäne gestellt und gleichzeitig seine Kontaktpersonen im Unternehmen informiert,“ betonte der Sprecher. „Sie werden ebenfalls zu Hause bleiben.“ Dem Mitarbeiter selbst gehe es gut, er habe lediglich leichte grippeähnliche Krankheitssymptome. MVV habe vor zwei Wochen einen Koordinierungskreis gegründet, um Sicherheitsmaßnahmen gegen das Virus zu treffen.

Die Virus-Krise trifft auch die Wirtschaft. Die Industrie sieht die Gefahr einer Rezession in Deutschland als erheblich gestiegen an. „Das wirtschaftliche Wachstum droht, fast zum Erliegen zu kommen“, hieß es diese Woche im neuen Quartalsbericht des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Komme es nicht zu einer wirtschaftlichen Normalisierung in den von der Epidemie betroffenen Ländern im zweiten Quartal, erwartet der BDI für Deutschland für das Gesamtjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung. mica/dpa

Zum Thema