Politik

Politbarometer September III 2017 (KW 37, Teil III)

Beziehung zu Türkei für Mehrheit wichtig

Die wichtigsten Themen in Deutschland

Nach wie vor ist aus Sicht der Befragten das Thema Flüchtlinge, Ausländer, Integration das wichtigste Problem, das wir derzeit in Deutschland haben. Bei der ohne Antwortvorgaben gestellten Frage mit bis zu zwei Angaben nennen in dieser Woche 49% diesen Bereich. Mit deutlichem Abstand folgen die Themen: Rente und Alterssicherung (20%), „Soziales Gefälle“ bzw. „Soziale Gerechtigkeit“ (16%) sowie Schule und Bildung (13%). Von 8% wird die Arbeitslosigkeit genannt, von jeweils 7% der Bereich Terror, Krieg und Frieden sowie Kriminalität und Innere Sicherheit. Für 6% sind Themen rund um Familie, Jugend und Kinder und ebenfalls für 6% Themen um Gesundheit und Pflege am dringlichsten zu bearbeiten, für 5% der Bereich Kosten, Preise und Löhne.

AfD und Rechtsextremismus

Zusammen 79% der Befragten sind der Meinung, dass rechtsextremes Gedankengut bei der AfD sehr weit (45%) bzw. weit (34%) verbreitet ist (Januar-II: 82%; Februar: 81%), 16% glauben, es sei wenig (14%) bis gar nicht (2%) verbreitet (Januar-II: 12%; Februar: 13%), 5% äußern sich dazu nicht (Januar-II: 6%, Februar: 6%). Die Anhänger der AfD sehen bei ihrer präferierten Partei rechtsextremes Gedankengut eher als wenig bis nicht verbreitet an (70%; eher verbreitet: 29%), alle anderen Parteianhängergruppen schätzen dies umgekehrt ein.

Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2030?

In den letzten Wochen und in dieser Woche auf der IAA gibt es immer wieder Diskussionen um die Zukunft von Benzin- und Dieselfahrzeugen. Ein Viertel der Deutschen ist der Meinung, dass nach 2030 Benziner und Diesel nicht mehr neu zugelassen werden sollen, 69% sprechen sich gegen ein solches Verbot aus (weiß nicht: 6%). Die Anhänger von Union (74%), SPD (68%), Linke (66%), FDP (72%) und AfD (83%) wollen kein Ende für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030, lediglich die Grünen-Anhänger (59%) plädieren mehrheitlich für ein solches Verbot.

Türkei: Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei

Die politischen Entwicklungen in der Türkei haben das Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei in den letzten Wochen zunehmend belastet. Dass ein gutes Verhältnis zu diesem Land grundsätzlich wichtig (53%) oder sehr wichtig (9%), ist meinen 62% der Deutschen, 24% sind der Ansicht, dies ist nicht so wichtig und für 11% ist es überhaupt nicht wichtig. Mehrheiten in allen Anhängerschaften außer der AfD sind der Ansicht, dass gute deutsch-türkische Beziehungen wichtig sind, bei den AfD-Anhängern teilen nur 23% diese Position.

Zusammenleben von Türken und Deutschen in Deutschland

Für unser Zusammenleben im Alltag befürchten die Bundesbürger in deutlich zunehmendem Maße negative Folgen: Nach 41% im November und 61% im April, sind jetzt 65% der Befragten der Meinung, dass die aktuellen politischen Entwicklungen in der Türkei das Zusammenleben von Türken und Deutschen bei uns stark (48%; April-I: 45%) oder sehr stark (17%; April-I: 16%) belasten. 31% (April-I: 37%) sind der Ansicht, dass das deutsch-türkische Miteinander durch diese Veränderungen nicht so stark (27%; April-I: 33%) bzw. überhaupt nicht (4%; April-I: 4%) betroffen ist.

Wirtschaftliche Lage

62% aller Befragten halten die derzeitige wirtschaftliche Lage bei uns für gut (Juli-I: 64%; August-I: 62%), 32% finden sie teils gut, teils schlecht (Juli-I: 32%; August-I: 32%) und 6% bezeichnen sie als schlecht (Juli-I: 4%; August-I: 5%).

34% sind der Meinung, es gehe bei uns konjunkturell zurzeit aufwärts (Juli-I: 39%; August-I: 28%), 52% erwarten keine großen Veränderungen der ökonomischen Situation (Juli-I: 47%; August-I: 50%), 12% befürchten einen Abwärtstrend (Juli-I: 12%; August-I: 19%).

Über die eigene ökonomische Lage sagen zurzeit 64% der Befragten, diese sei gut (Juli-I: 65%; August-I: 64%). 29% geben an, ihre finanzielle Situation sei teils gut, teils schlecht (Juli-I: 28%; August-I: 28%), 7% befinden sich persönlich in einer schlechten finanziellen Lage (Juli-I: 6%; August-I: 7%).

19% erwarten in diesem Zusammenhang, dass sie in einem Jahr ökonomisch besser als jetzt dastehen werden (Juli-I: 16%; August-I: 16%), 71% rechnen mit einer gleichbleibenden Lage (Juli-I: 69%; August-I: 71%), 8% befürchten, dass es ihnen dann finanziell schlechter gehen wird (Juli-I: 13%; August-I: 11%).

Parteikompetenzen

Knapp die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger (49%) trauen die Lösung unserer wirtschaftlichen Probleme am ehesten der CDU/CSU zu (Juli-I: 47%; August-I: 48%). 17% meinen hingegen, die SPD verfüge im Bereich der Wirtschaftspolitik über die größte Kompetenz (Juli-I: 16%; August-I: 12%). Dass keine Partei unsere ökonomischen Probleme lösen kann, denken 12% (Juli-I: 15%; August-I: 16%), 13% machen bei dieser Frage keine Angabe (Juli-I: 15%; August-I: 15%). 

Wenn es um neue Arbeitsplätze geht, trauen 38% der Befragten der Union zu, diese zu schaffen (Juli-I: 38%; August-I: 36%). Für 25% macht dagegen die SPD die bessere Arbeitsmarktpolitik (Juli-I: 20%; August-I: 20%). 11% meinen, dass keine Partei für die Schaffung neuer Arbeitsplätze sorgen kann (Juli-I: 11%; August-I: 13%). 15% äußern sich zu diesem Thema nicht (Juli-I: 21%; August-I: 20%).

Anders sieht es aus, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht: Mehr als ein Drittel der Befragten (36%) vertrauen an dieser Stelle eher der SPD (April-I: 39%; Juli-I: 33%); 22% glauben, die Union könne am ehesten für soziale Gerechtigkeit sorgen (April-I: 20%; Juli-I: 24%) und 15% halten am meisten von der Linken (April-I: 11%; Juli-I: 12%). Jeweils 4% nennen Grüne (April-I: 4%; Juli-I: 5%) und die FDP (April-I: 2%; Juli-I: 4%). Lediglich 7% trauen auf diesem Gebiet keiner Partei etwas zu (April-I: 9%; Juli-I: 7%), 10% äußern sich nicht dazu (April-I: 13%; Juli-I: 14%).

(Quelle: Forschungsgruppe Wahlen)

Zum Thema