Politik

Urteil Verdeckt entstandene Aufnahmen von Hühnerbetrieb

Bilder aus Stall erlaubt

Karlsruhe.Ungenehmigte Filmaufnahmen sind zulässig, wenn sie Missstände von erheblichem öffentlichen Interesse offenlegen. Das entschied gestern der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Damit darf der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Bilder von erbärmlichen Zuständen in Öko-Hühnerställen weiter verwenden – obwohl die darin angeprangerten Unternehmen nicht gegen Vorschriften verstoßen hatten. Die Aufnahmen basierten zwar auf einer Verletzung des Hausrechts und damit einem Rechtsbruch, führte der Vorsitzenden Richter Gregor Galke aus. Das Interesse der Öffentlichkeit sei in diesem Falle aber höher zu bewerten, als die Rechte des Erzeugerbetriebs. „Es ging um Massenproduktion bei Bioerzeugnissen und damit um ein hoch aktuelles Thema“, sagte Galke. Die Aufnahmen waren verdeckt entstanden und später unter anderem in einer Reportage zu billiger Bio-Ware ausgestrahlt worden. Sie zeigten die Tiere zum Teil federlos oder sogar tot am Boden liegend. Das Material war in der Sendung „Exclusiv im Ersten“ und im ARD-Magazin „Fakt“ verwendet worden. dpa