Politik

Corona EU bestellt weitere Dosen / Zulassung eines dritten Vakzins Ende Januar erwartet / Kommission gegen größeren Abstand

Biontech liefert mehr Impfstoff

Berlin/Brüssel.Mit zusätzlichem Corona-Impfstoff im Millionenumfang und einer besseren Ausnutzung der vorhandenen Kapazitäten drücken Deutschland und die EU bei der Massenimpfung aufs Tempo. Seit Freitag kann aus den gelieferten Ampullen der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer mehr Impfstoff entnommen werden als bisher. Mengensteigerungen um bis zu 20 Prozent sollen möglich sein.

EU-weit gibt es zudem eine neue Vereinbarung über bis zu 300 Millionen weiteren Biontech/Pfizer-Dosen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigte sich deshalb hoffnungsfroh. „Das ist ein guter Tag im Kampf gegen die Pandemie“, sagte Spahn. Die EU soll im laufenden Jahr bis zu 300 Millionen weitere Dosen Corona-Impfstoff von Biontech bekommen. 75 Millionen Dosen davon sollten bereits bis Ende des zweiten Quartals zur Verfügung stehen, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Von den bereits zugelassenen Mitteln von Biontech/Pfizer sowie der US-Firma Moderna hat sich die EU mittlerweile 760 Millionen Einheiten gesichert. Damit könnten mehr als 80 Prozent der EU-Bevölkerung geimpft werden, so von der Leyen.

Der zweite in Europa zugelassenen Impfstoff, der des US-Herstellers Moderna, soll ab kommenden Dienstag an die Bundesländer geliefert werden. Erwartet wird die Zulassung eines dritten Impfstoffs. Nächste Woche werde der Antrag des Herstellers Astrazeneca erwartet, teilte die europäischen Arzneimittelbehörde EMA mit. Ende Januar könnte dann eine positive Empfehlung der EMA und die Zustimmung der EU-Kommission erfolgen. Die EU hat von dem Präparat 400 Millionen Dosen bestellt.

Spahn rechnet mit einem Impfangebot an alle in Deutschland im Sommer. Insgesamt soll Deutschland nach bisherigem Stand 140 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer und Moderna bekommen.

Derweil soll der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) nicht vergrößert werden. Das teilte sie am Freitag mit. Spahn hatte die Behörde prüfen lassen, ob ein solches Vorgehen sinnvoll ist, um mit den derzeit begrenzten Impfstoff-Mengen möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen zu können. Zur Begründung erläutern die Experten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt unsicher sei, ob man durch eine Verschiebung der zweiten Dosis tatsächlich mehr schwere Erkrankungen und Todesfälle verhindere als durch eine zeitnahe zweite Impfung der Hochrisikogruppen. dpa

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