Politik

Truppen USA bringen erneut Abzug ins Gespräch

Botschafter droht

Berlin.Kurz vor der geplanten Europa-Reise von US-Präsident Donald Trump verschärfen die USA ihre Drohungen mit einem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland. „Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50 000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden“, sagte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. In der Koalition löste die Äußerung geteilte Reaktionen aus. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider sprach von einer „Feldherrenpose“ des Botschafters. „Deutschland lässt sich nicht erpressen“, sagte er dem „Spiegel“. Die Union zeigte dagegen Verständnis für die US-Verärgerung. Die Linke begrüßte Grenells Vorstoß und forderte einen möglichst schnellen Abzug.

Trump hatte eine Truppenverlegung von Deutschland nach Polen im Juni bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht. Vor seinem Polen-Besuch Ende August scheint die Ankündigung konkreter zu werden. Am Donnerstag twitterte die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher: „Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.“ Immer offensiver werden die deutschen Verteidigungsausgaben als Grund für einen möglichen Truppenabzug ins Spiel gebracht. dpa

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