Politik

Luftbelastung Abgaben sollen zu klimafreundlichem Verhalten motivieren

Brauchen wir eine CO2-Steuer?

Archivartikel

Schülerdemonstrationen, Fahrverbote und Gipfeltreffen – weltweit wird über den Klimawandel diskutiert, und wie der CO2-Ausstoß verringert werden kann. Nun hat Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) eine Steuer auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas vorgeschlagen. Einige Wissenschaftler stützen ihr Vorhaben. Hält diese Abgabe wirklich den Klimawandel auf?

Der Klimawandel schreitet in einem Tempo voran, das selbst Fachleute überrascht. Permafrostböden in der Arktis tauen rasant auf – und haben bereits das für 2090 berechnete Niveau erreicht. Dadurch gelangen weitere, im Boden gespeicherte Treibhausgase in die Atmosphäre. Ein Teufelskreis. Die viel beschworenen Kipppunkte, ab denen sich die Erderwärmung nicht mehr kontrollieren lässt, rücken immer näher.

Wenn wir dies verhindern wollen, müssen menschengemachte Emissionen schnellstmöglich sinken. Eine CO2-Steuer ist dafür unumgänglich. Denn sie funktioniert nach dem Prinzip: Was dem Klima schadet, wird teurer, was es schützt, günstiger. Wer sich also umweltfreundlich verhält, kann gar Geld sparen. Wer aber an seinem emissionsreichen Lebens- oder Produktionsstil festhält, muss auch für die Folgekosten aufkommen. Mit Blick auf die kommende Generation ist das nur fair.

Und für alle, die die Warnungen der Wissenschaft für übertrieben halten: Es gibt auch finanzielle Argumente, die für eine CO2-Steuer sprechen. So ist Deutschland dabei, all seine Klimaschutzziele krachend zu verfehlen, aus dem Emissionshandel drohen horrende Strafzahlungen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat daher bereits 300 Millionen Euro zurückgelegt. Auch das ist Geld des Steuerzahlers – nur dass es keinerlei lenkende Wirkung in Sachen Klimaschutz hat.