Politik

„Brisant und gefährlich“

Archivartikel

mANNHEIM.Serkan Özer ist sich sicher: „Da ist einiges völlig schiefgegangen, das ist völlig aus dem Ruder gelaufen.“ Özer ist Co-Trainer der Landesliga-Mannschaft des FC Türkspor Mannheim, natürlich hat er die Debatte um Mesut Özil mitverfolgt. „Seinen Schritt jetzt kann ich nachvollziehen“, sagt er. Gleichzeitig bedauert er ihn auch, denn Özer fürchtet, dass die öffentliche Auseinandersetzung am Ende allen schadet. „Das ist ein tolles Land hier, und wir identifizieren uns mit Deutschland“, sagt der Fußballtrainer. Und doch gebe es viele Nachwuchsspieler mit Wurzeln in Deutschland und der Türkei, „die sind sehr emotional, und die wissen jetzt nicht mehr, ob sie noch dazugehören“. Das, findet der Mannheimer Trainer, sei „brisant und gefährlich“.

Öczan Sahin, Trainer des Fußball-Kreisoberligisten KSG Mitlechtern, sagt: „Meiner Meinung nach war es in seiner jetzigen Situation die richtige Entscheidung, auch wenn er sich bei der Erklärung leider selbst nicht wirklich hinterfragt.“ Özil habe es wohl sattgehabt, als Sündenbock dargestellt zu werden. „Das ist alles sehr unglücklich gelaufen“, findet Erkan Akbay, Abteilungsleiter des KSC Schwetzingen. Für ihn ist es wichtig, Sport und Politik zu trennen. Doch er kann Özil verstehen. „Es geht nicht mehr nur um Leistung, sondern das Prestigedenken des DFB“, meint Akbay, „man kann nicht nur einen Menschen rauspicken, sondern muss die ganze Mannschaft betrachten.“ bro/jün/vs

Zum Thema