Politik

Brexit Zahl der Anträge steigt deutlich

Briten wild auf EU-Pässe

Archivartikel

London.Angesichts des bevorstehenden Brexits ist die Zahl der Einbürgerungsanträge von Briten in vielen EU-Ländern erheblich gestiegen. Das gilt unter anderem für Deutschland, Irland, Portugal und Schweden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Der Ansturm der Briten auf die Pässe aus anderen Ländern setzte mit dem Brexit-Referendum im Jahr 2016 ein. Die einzelnen EU-Staaten legen die Hürden für die Einbürgerungen unterschiedlich hoch.

Der für Ende März geplante Austritt aus der Europäischen Union verunsichert zahlreiche Briten. Sie fürchten insbesondere ökonomische Nachteile bei einem Brexit ohne Abkommen mit der EU. 2017 erhielten rund 7500 Briten die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Jahr 2015 waren es nur 622 gewesen. 2016 – im Jahr des Brexit-Votums – kletterte die Zahl schon auf 2865. Auch das Interesse an irischen, schwedischen und bulgarischen Pässen ist seit dem Brexit-Votum deutlich gestiegen. Viel Sonne und billig – das ärmste EU-Land Bulgarien ist vor allem bei Rentnern beliebt.

Abstimmung nächste Woche

Die britische Premierministerin Theresa May appellierte wieder an das Parlament, für das Brexit-Abkommen zu stimmen. Andernfalls drohten wirtschaftliche Schäden und das Vertrauen in die Demokratie würde schwinden. Großbritannien stehe vor einer „tiefgreifenden Herausforderung“, schrieb May in der Zeitung „Mail on Sunday“.

Die Regierungschefin bestätigte gestern, dass die Abstimmung voraussichtlich am 14. oder 15. Januar sein werde. Bislang war meist etwas allgemeiner von der dritten Januarwoche die Rede. Die Parlamentarier werden von Mittwoch an wieder über das zwischen May und Brüssel ausgehandelte Abkommen debattieren. Eine Mehrheit ist aber immer noch nicht in Sicht. dpa