Politik

Berg-Karabach Kriegsparteien beschuldigen sich gegenseitig

Brüchige Waffenruhe

Eriwan/Baku.In der Krisenregion Berg-Karabach haben sich die verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan nach den schwersten Gefechten seit Jahrzehnten auf eine Waffenruhe geeinigt. Allerdings war die Feuerpause, die seit Samstagmittag offiziell in Kraft ist, sehr brüchig. Beide Seiten warfen sich am Wochenende gegenseitig vor, dagegen zu verstoßen. Russland als Vermittler erinnerte die zwei ehemaligen Sowjetrepubliken an ihre Zusagen, die unbedingt eingehalten werden müssten. Die Krise im Süden des Kaukasus hat international große Sorge ausgelöst.

Aserbaidschan berichtete am Sonntag von Artillerieangriffen der armenischen Seite auf eine Wohnsiedlung in Ganja, der zweitgrößten Stadt des Landes. Dabei sollen mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden sein. Unter den Opfern seien auch Kinder. Armenien dementierte. Man halte sich an die Waffenruhe, hieß es vom Militär. Hingegen habe Aserbaidschan erneut Angriffe auf Stepanakert gestartet, die Hauptstadt Berg-Karabachs. Die brüchige Feuerpause kam nach mehr als zehnstündigen Verhandlungen in Moskau unter Vermittlung des russischen Außenministers Sergej Lawrow zustande. 

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