Politik

Parlamentswahl Griechen stimmen am Sonntag ab

Bürger setzen auf Stabilität

Archivartikel

Athen.Am Sonntag werden die griechischen Wähler bei der Parlamentswahl extremen Parteien aller Voraussicht nach eine Abfuhr erteilen. Die rechtsextreme Partei Goldene Morgenröte und die einst starke kommunistische Partei KKE kommen laut Umfragen jeweils nicht mal mehr auf vier Prozent. Die rechtspopulistische Partei Anel, die bis Anfang dieses Jahres als kleiner Koalitionspartner in der Regierung saß, tritt gar nicht erst an. Entgegen dem europäischen Trend favorisieren die Griechen die Volksparteien.

Tsipras’ leere Versprechen

„Die Wähler wollen Stabilität“, kommentiert der griechische Demoskop Andreas Drymiotis die Prognosen. Noch vor vier Jahren, inmitten der griechischen Schuldenkrise, hatten Wutbürger und Protestwähler den Wahlausgang bestimmt. An die Macht kam – zum Schrecken der internationalen Gläubiger des Landes – die linksradikale Partei Syriza. Deren Chef Alexis Tsipras hatte im Wahlkampf versprochen, die Sparprogramme zu annullieren und den Gläubigern die Stirn zu bieten.

Dieses Versprechen konnte Tsipras nicht halten, im Gegenteil: Schritt für Schritt setzte er in der Folge die geforderten Auflagen und Reformen um, kürzte Renten und erhöhte Steuern. Syriza entwickelte sich zur moderaten linken Volkspartei, vergleichbar etwa mit der SPD. Im Gegensatz zu den deutschen Sozialisten jedoch erzielt Syriza bei Umfragen derzeit 22 Prozent. Der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia, quasi der griechischen CDU, werden mehr als 38 Prozent vorhergesagt – eine Zahl, von der andere konservative Parteien nur träumen können.