Politik

Spanien Regierung will Unabhängigkeit Kataloniens verhindern

Bürgermeister müssen mit Haft rechnen

Madrid/Barcelona.Die spanische Justiz fährt zweieinhalb Wochen vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien schwere Geschütze gegen hunderte Bürgermeister auf. 742 Unterstützern der Abstimmung am 1. Oktober, die von der spanischen Justiz verboten wurde, droht jetzt Haft. Die Staatsanwaltschaft in Madrid habe die katalanischen Bürgermeister im Rahmen der Ermittlungen gegen das Referendum als Beschuldigte zu Anhörungen vorgeladen, berichteten Medien gestern unter Berufung auf Justizkreise.

Dem "Verband der Gemeinden für die Unabhängigkeit Kataloniens" (AMI) gehören 787 aller 948 Gemeinden Kataloniens an. Sie unterstützen das vom liberal-linken Bündnis der Regionalregierung von Carles Puigdemont in Barcelona ausgerufene Referendum über eine Loslösung von Spanien. Trotz des Verbots durch das Madrider Verfassungsgericht und des heftigen Widerstandes der Zentralregierung wollen sie Wahllokale, Urnen und freiwillige Helfer bereitstellen.

AMI und auch Puigdemont reagierten umgehend auf die Drohung der Staatsanwaltschaft. Viele der betroffenen Politiker betonten sofort, man werde sich von der Drohung nicht stoppen lassen. Ministerpräsident Mariano Rajoy betonte, er werde eine Loslösung Kataloniens unter keinen Umständen zulassen. dpa