Politik

Politbarometer-Extra Hessen 09/2018 (KW 38 - II)

CDU-Ministerpräsident Bouffier knapp vor SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel

Archivartikel

Mannheim.Der derzeitige Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) liegt knapp vor dem SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel, wenn sich die Befragten einen Ministerpräsidenten wünschen dürften. Was das Image angeht, stehen die Spitzenpolitiker ihrer jeweiligen Parteien in einem ähnlich positiven Licht. 

Image von Spitzenpolitikern  

In Hessen verfügen die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und Grünen durchweg über ein sichtbar positives Image, ohne dass sich der Ministerpräsident hierbei absetzen kann: Geringfügig besser als vor der letzten Landtagswahl wird Volker Bouffier (CDU) auf der +5/-5-Skala bei durchschnittlich 1,0 (2013: 0,8) gesehen. In den eigenen Reihen bei sehr guten 3,0, stehen die Anhänger des grünen Koalitionspartners Bouffier mit einer Benotung von 0,4 distanziert gegenüber. SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel kommt insgesamt auf 0,8 (2013: 1,1) und in der sozialdemokratischen Anhängerschaft auf 2,4, Tarek Al-Wazir von den Grünen erreicht in der Gesamtheit mit 1,3 (2013: 0,8) den relativ besten Imagewert, im Grünen-Lager liegt er bei 2,3, bei den CDU-Anhängern kommt er auf 2,0.

Gewünschter Ministerpräsident

Beim gewünschten Ministerpräsidenten liegt der Amtsinhaber in Hessen nur knapp vor seinem Herausforderer: Für die nächste Legislaturperiode hätten 43% der Befragten lieber Volker Bouffier (CDU) als Regierungschef, 37% geben Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) den Vorzug, 9% wollen explizit keinen von beiden, 11% wollen oder können sich nicht festlegen. Während Bouffier 87% der CDU-, 69% der FDP- und 52% der AfD-Anhänger hinter sich hat, stützen 77% der SPD-Anhänger Schäfer-Gümbel, den mit 62% bzw. 54% auch Mehrheiten der Linke- und Grünen-Anhänger präferieren.   

Themen und Parteikompetenzen in Hessen

Bei der Frage nach den wichtigsten Problemen erzielt der Bereich Flüchtlinge, Ausländer und Asyl auch in Hessen hohe Relevanz, ist hier aber anders als im Bund oder in Bayern nicht das überragende Thema. Noch etwas mehr Gewicht als die Migrationsfrage hat für die Wahlberechtigten das – in Hessen traditionell kontrovers diskutierte – Thema Bildung und Schule. Stark präsent ist zudem der Bereich Wohnungsmarkt und Mieten. Während politisch dabei die SPD in den Bereichen Bildung und Wohnungsmarkt den höchsten Kompetenzzuspruch erfährt, fühlt sich in der Flüchtlingspolitik eine relative Mehrheit von der CDU am besten vertreten. Verkehrspolitisch liefern sich – was die Kompetenzzuschreibungen betrifft – CDU und Grüne ein Kopf-an-Kopf-Rennen.     

Die wichtigsten Probleme (max. zwei Nennungen):

- Bildung/Schule (30%)

- Flüchtlinge/Ausländer/Asyl/Integration (26%)

- Wohnungsmarkt/Mieten (23%

- Verkehr/Straßenbau (14%)

- Familie/Kinder (6%)

Parteikompetenzen:

- Bildung und Schule: CDU 21%, SPD 30%, Grüne 11%, Linke 7%, FDP 8%, AfD 1%, keine Partei/weiß nicht: 22%.

- Flüchtlinge und Asyl: CDU 29%, SPD 19%, Grüne 14%, Linke 7%, FDP 3%, AfD 9%, keine Partei/weiß nicht: 19%.

- Wohnungsmarkt: CDU 16%, SPD 31%, Grüne 7%, Linke 7%, FDP 3%, AfD 2%, keine Partei/weiß nicht: 34%.

- Verkehr: CDU 25%, SPD 14%, Grüne 27%, Linke 2%, FDP 5%, AfD 0%, keine Partei/weiß nicht: 27%.

- Wirtschaft: CDU 41%, SPD 17%, Grüne 2%, Linke 2%, FDP 5%, AfD 1%, keine Partei/weiß nicht: 32%.

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