Politik

Parteien Elmar Brok bringt Kanzlerkandidaten von der CSU ins Spiel / Thüringer Landesverband lehnt Zusammenarbeit mit Linke ab

CDU streitet munter über ihr Personal

Berlin.Nach der heftigen Kritik an Kanzlerin Angela Merkels Führungsstil haben zahlreiche CDU-Politiker und die CSU ein Ende der Personaldebatte gefordert. „Die SPD soll uns ein mahnendes Beispiel sein“, sagte Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann am Mittwoch RTL/n-tv. Die CDU müsse von der Personaldebatte wegkommen, hin zu einer „Zukunftsdebatte“. Seine Kollegin Katja Leikert betonte im Deutschlandfunk, sie erwarte einen angemessenen Umgang mit Parteikollegen und „Respekt vor denjenigen, die in gewählten Positionen sind“.

Darüber hinaus sorgten auch Gedankenspiele von CDU-Europapolitiker Elmar Brok über einen CSU-Kanzlerkandidaten bei der Schwesterpartei für Verwunderung. Die Frage stelle sich in der aktuellen Lage nicht, hieß es aus dem Vorstand in München. Die CDU müsse vielmehr schnell ihre Personalquerelen beenden, damit die Union bei der nächsten Bundestagswahl überhaupt noch ein Ergebnis erzielen könne, das den Einzug ins Kanzleramt sichert. „Die CSU muss jetzt noch mehr Sachthemen voranbringen und als Stabilitätsanker agieren, für die Union und für die große Koalition“, sagte ein Parteivorstand. Brok, der auch dem CDU-Bundesvorstand angehört, hatte die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass die Union einen Kanzlerkandidaten aus der CSU aufstellt. „Einiges spricht dafür, dass die Kanzlerkandidatur so geregelt wird wie schon zweimal in der Geschichte der Union“, sagte Brok dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Damit könnte die Aufgabe auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Markus Söder zukommen. Brok wies darauf hin, dass 1979 der damalige CDU-Chef Helmut Kohl zugunsten von Franz Josef Strauß auf die Kandidatur verzichtet und 2001 Angela Merkel Edmund Stoiber den Vortritt gelassen habe.

Unterdessen hat die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag die Tür für eine Kooperation mit der Linken von Ministerpräsident Bodo Ramelow so gut wie geschlossen. Einstimmig sei bei der ersten Zusammenkunft der Fraktion nach der Landtagswahl am Mittwoch beschlossen worden, dass die CDU „weder für eine Duldung noch für eine Tolerierung von Rot-Rot-Grün zur Verfügung steht“, erklärte Fraktionschef Mike Mohring. Das schließe ein, dass Ramelow bei einer möglichen Ministerpräsidentenwahl keine CDU-Stimmen erhalte. dpa

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