Politik

CDU/CSU und SPD unverändert - AFD so stark wie nie

Archivartikel

Mannheim.Wäre am Sonntag wirklich Bundestagswahl, könnte die CDU/CSU erneut mit 31% rechnen, ebenso unverändert käme die SPD auf 18%. Die AfD würde auf 17% (+1) zulegen und wäre damit so stark wie noch nie zuvor im Politbarometer.

Politische Stimmung in Deutschland

In der aktuellen politischen Stimmung kommt die CDU/CSU auf 32% und die SPD auf 20%, beide unverändert. Zulegen kann die AfD auf aktuell 14% (+2), die FDP verbessert sich auf 9% (+1). Die Linke hat Einbußen von einem Prozentpunkt und kommt auf 8%, die Grünen erreichen mit Verlusten 14% (-2). Alle sonstigen Parteien in der Summe liegen wie zuletzt bei 3%.*

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Wäre am Sonntag wirklich Bundestagswahl, könnte die CDU/CSU erneut mit 31% rechnen, ebenso unverändert käme die SPD auf 18%. Die AfD würde auf 17% (+1) zulegen und wäre damit so stark wie noch nie zuvor im Politbarometer. Die FDP würde weiterhin 8% erreichen, mit Verlusten käme die Linke jetzt ebenfalls auf 8% (-1). Die Grünen hätten leichte Einbußen und könnten aktuell mit 14% (-1) rechnen. Auf die sonstigen Parteien entfielen zusammen 4% (+1). Nach wie vor hätte also eine große Koalition aus Union und SPD eine knappe Mehrheit im Bundestag, reichen würde es auch für ein Bündnis von Union, FDP und Grünen. Alle anderen zurzeit politisch denkbaren Konstellationen würden eine parlamentarische Mehrheit verfehlen.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Nicht viel anders als zuletzt fällt die Zufriedenheit der Befragten mit den Leistungen der Bundesregierung insgesamt sowie die mit den Koalitionspartnern im Einzelnen aus: Auf einer Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) wird das Kabinett erneut mit 0,2 eingestuft (Juli: -0,2; August-I: 0,2). Die CDU/CSU erhält für ihre Regierungsarbeit einen Durchschnittswert von 0,0 (Juli: -0,6; August-I: -0,1), die Leistungen der SPD werden mit 0,3 beurteilt (Juli: 0,2; August-I: 0,2). 

 Beurteilung der Bundesregierung

Dass die Bundesregierung ihre Sache insgesamt eher gut macht, denken – genau wie vor drei Wochen – 51% (Juli: 50%; August-I: 51%), 44% stellen der Großen Koalition für ihre Arbeit ein eher schlechtes Zeugnis aus (Juli: 44%; August-I: 43%), 5% machen dazu keine Angabe (Juli: 6%; August-I: 6%). Während sich Mehrheiten in den Reihen der Union, der SPD und auch der Grünen positiv über die Regierungsarbeit äußern, bewerten die Anhänger von AfD, FDP und Linke sie tendenziell eher schlecht.  

Leistet die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag zur Problemlösung?

Eher skeptisch sind die Befragten, wenn es darum geht, ob die Bundesregierung aus Union und SPD einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme in Deutschland leistet: 45% finden, dass das Kabinett bei der Problemlösung vorankommt, 51% sehen das nicht so, 4% antworten mit „weiß nicht“. Mehrheiten in den Reihen der CDU/CSU (75%) und der SPD (56%) stellen Fortschritte bei der Lösung unserer Probleme fest, bei der AfD (14%), der FDP (41%), der Linken (21%) und den Grünen (40%) schließen sich nur mehr oder weniger große Minderheiten diesem Urteil an. Im März, zum Start der Großen Koalition, sagten 48%, die Regierung werde einen wichtigen Beitrag zur Problemlösung leisten, 48% verneinten dies (weiß nicht: 4%). 

Gewünschte Koalition

Sehr zersplittert ist das Meinungsbild der Befragten hinsichtlich der gewünschten Koalition nach der nächsten Bundestagswahl: Aktuell befürworten 16% der Befragten eine Fortführung der Großen Koalition (Juli: 14%; August-I: 13%), 11% sind für eine Zusammenarbeit von Union und FDP (Juli: 9%; August-I: 8%), 8% für eine rot-grüne Bundesregierung (Juli: 10%; August-I: 9%) und 7% hätten gern ein Bündnis von CDU/CSU und Grünen (Juli: 6%; August-I: 9%). 4% plädieren für eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen (Juli: 5%; August-I: 5%), 6% sind für Rot-Rot-Grün (Juli: 6%; August-I: 6%). 23% sprechen sich für verschiedene sonstige Konstellationen aus (Juli: 25%; August-I: 25%), 25% machen keine Angabe (Juli: 25%; August-I: 25%). 

Info: *Rundungsbedingt müssen sich die Prozentwerte nicht unbedingt auf 100% addieren und die Abweichungen zur letzten Umfrage nicht gegenseitig aufheben. Der Fehlerbereich beträgt bei 1.250 Befragten und einem Anteilswert von 40% rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10% rund +/- zwei Prozentpunkte.

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