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Klima Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will einen Masterplan Forst auflegen / Chef der Waldbesitzer pocht auf Unterstützung

„Da kommt noch einiges auf uns zu“

Archivartikel

Berlin.Die Forstminister von CDU und CSU fordern vom Bund für Deutschlands Wälder in den kommenden vier Jahren 800 Millionen Euro. Eine entsprechende Erklärung wurde Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag überreicht. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzerverbände, Hans-Georg von der Marwitz (CDU), will ebenfalls Hilfen für Forstbesitzer.

Herr von der Marwitz, erleben wir derzeit ein neues Waldsterben?

Hans-Georg von der Marwitz: Ich würde sagen: Ja, es sterben viele Bäume, vor allem auch alte. Und es ist dramatisch, was wir derzeit erleben. Der Wald präsentiert sich in weiten Teilen Deutschlands so, dass selbst dem Laien ersichtlich ist, da stimmt etwas nicht. Es gibt fast keine Baumart mehr, die dem Trockenstress noch gewachsen ist.

Welche Folgen hat das?

Von der Marwitz: Der Wald ist ein Multitalent. Er hat viele Funktionen – zuallererst als CO2-Senker. Aber von ihm lebt auch ein ganzer Industriezweig mit 1,1 Millionen Beschäftigten in der Holzwirtschaft. Wenn sich der Wald also großflächig verabschiedet, hat das enorme Folgen.

Landwirtschaftsministerin Klöckner will einen Masterplan und einen Waldgipfel veranstalten. Was muss schnell getan werden?

Von der Marwitz: 2018 sind durch Stürme und Trockenheit immense Schäden angefallen. In diesem Jahr wiederholt sich die Trockenheit, hinzukommt eine Käferinvasion. Der Wald ist voll von Schadholz, das muss raus. Nach unseren Berechnungen sind bisher rund 70 Millionen Festmeter angefallen – und einiges kommt noch dazu in diesem Jahr. Das Schadholz zu entfernen, ist die wichtigste Voraussetzung, um auch aufforsten zu können. Und zwar im großen Stil. Land- und Forstwirte, vor allem die Kleinstwaldbesitzer sind gar nicht in der Lage, dies allein zu stemmen.

Lässt sich denn mit Holz derzeit noch Geld verdienen?

Von der Marwitz: Der Markt liegt vollkommen am Boden. Momentan bekommt man teilweise keine 40 Euro mehr für den Festmeter. Außerdem kostet die Aufarbeitung eines Festmeters Schadholz zwischen 25 und 30 Euro. Im Ergebnis erhält der Waldeigentümer also fast nichts für sein Holz. Deswegen brauchen die Forstbesitzer auch finanzielle Hilfen.

Klöckner spricht von einer halben Milliarde Euro. Reicht das?

Von der Marwitz: Das wird nicht reichen. Allein die Aufarbeitungskosten des Holzes, das im Wald liegt, betragen über zwei Milliarden Euro. Dann kommen noch die Wiederaufforstungs-Maßnahmen hinzu. Ich bin in den letzten Wochen durch sieben Bundesländer gefahren und habe mir einen Überblick verschafft. Da kommt noch einiges auf uns zu.

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