Politik

Belarus Lukaschenko hält Revolution für Erfindung

„Das sind alles Mythen“

Archivartikel

Minsk.Nach der massiven Gewalt von maskierten Uniformierten gegen friedliche Demonstranten in Belarus (Weißrussland) hat das Innenministerium in Minsk bisher mehr als 2000 Anzeigen erhalten. Diese Zahl nannte am Mittwoch der Chef der Kriminalpolizei Gennadi Kasakewitsch. Viele Bürger beklagen massive Prügelattacken, Folter und brutale Festnahmen. Die Gewalt der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten in Belarus steht international in der Kritik.

Seit der international als grob gefälscht kritisierten Präsidentenwahl am 9. August kommt es täglich zu Protesten gegen Lukaschenko. Die Opposition hält Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Sie war aus Angst um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder nach Litauen geflohen. Die 38-Jährige sagte, sie wolle Lukaschenko im Fall seines Rücktritts Straffreiheit garantieren.

Lukaschenko sagte mit Blick auf die umstrittene Abstimmung, für ihn sei das Thema beendet. Er meinte bei einer Begegnung mit handverlesenen Vertretern von Parlamenten, staatlichen Organen und Medien, die Revolution und die Illegitimität der Wahlen seien eine Erfindung. „Das sind alles Mythen.“ Die EU erkennt weder die Wahlen noch Lukaschenko als Präsidenten an. 

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