Politik

USA Neues Buch über Präsident Donald Trump

„Das Verständnis eines Fünftklässlers“

Washington.Bevor John Dowd seinen Job als Rechtsberater des US-Präsidenten hinschmiss, hatte er alles versucht. Am 27. Januar inszenierte er für Donald Trump eine Art Generalprobe für eine Befragung durch den Ermittler in der Russlandaffäre, Robert Mueller. Schon nach kurzer Zeit verwickelte sich Trump in Widersprüche. Der Frust des Präsidenten gipfelte in einem 30-minütigen Wutausbruch und mündete in dem Satz: „Ich will wirklich nicht aussagen.“ Dowd atmete durch. Das wollte er mit der Übung erreichen.

Bei einem Termin dann mit Mueller erklärte er dem Sonderermittler, warum er Trump nicht zur Aussage raten könne. Wenn das Transkript der Befragung an die Öffentlichkeit gelangte, werde sich die Welt fragen, wie man mit einer solchen „Dumpfbacke“ überhaupt etwas machen könne.

Die Schilderung stammt aus dem 448-Seiten Buch „Fear“, das am 11. September bei Simon & Schuster erscheinen wird. Auszüge bekräftigen den Eindruck, den schon Bestseller wie „Fire and Fury“, „Russian Roulette“ oder „Trumpocracy“ vermittelt hatten. Autor Bob Woodward fügt mit seiner Autorität als Enthüller der Watergate-Affäre Details hinzu. Es entsteht das Bild eines Weißen Hauses, in dem engste Mitarbeiter des Präsidenten das Schlimmste zu verhindern suchen; eine Art „stiller Putsch der Administration“.

Diebstahl von Dokumenten

Der inzwischen zurückgetretene Wirtschaftsberater Gary Cohn soll vom Schreibtisch des Präsidenten unterschriftsreife Erklärungen gestohlen haben, um die nationale Sicherheit zu schützen. Nach einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats am 19. Januar beschwerte sich Verteidigungsminister Jim Mattis, Trump habe „das Verständnis eines Fünft- oder Sechstklässlers“. Stabschef John Kelly wiederum soll den Präsidenten in kleiner Runde als „verwirrt“ bezeichnet haben.

Trump beschwert sich nun über „total erfundene Geschichten“. Es sei eine „Schande“, wie jemand „ohne Strafe oder Kosten damit davonkomme“. Da Woodward seine Quellen nicht preisgeben darf, müssen die Leser entscheiden, wem sie Glauben schenken wollen.