Politik

Migration 184 000 Menschen suchten Schutz

Deutschland führt bei Asylanträgen

Archivartikel

Brüssel.Zum siebten Mal in Folge haben in Deutschland so viele Menschen wie in keinem anderen europäischen Land Asyl gesucht. Trotz eines Rückgangs um 17 Prozent beantragten im vergangenen Jahr gut 184 000 Menschen internationalen Schutz in der Bundesrepublik, wie aus dem am Montag in Brüssel veröffentlichten Jahresbericht der EU-Asylbehörde Easo hervorgeht. Die Zahlen berücksichtigen auch Anträge von Menschen, die zuvor schon einmal Asyl beantragt hatten.

Zustrom aus Venezuela

Insgesamt ersuchten in den 28 EU-Staaten sowie in Norwegen, der Schweiz, Island und in Liechtenstein im vergangenen Jahr 664 480 Menschen um Asyl. Dies waren zehn Prozent weniger als 2017 und ein Rückgang im dritten Jahr in Folge. Teddy Wilkin von Easo begründete den Rückgang damit, dass immer weniger Menschen übers Mittelmeer kämen. Hier betreibt vor allem Italien eine migrationsfeindliche Politik und verwehrt Flüchtlingsbooten die Einfahrt in seine Häfen. Die meisten Anträge stellten Menschen aus Syrien.

In den ersten fünf Monaten 2019 bestätigt sich der rückläufige Trend für Europa allerdings nicht: Die Zahl der Asylanträge von Januar bis Mai legte wieder deutlich auf mehr als 290 000 zu – ein Zuwachs um elf Prozent zum Vergleichszeitraum 2018. Mit einem Anteil von sieben Prozent liegt das krisengeschüttelte Venezuela zusammen mit Afghanistan auf Platz zwei der Herkunftsstaaten. Das südamerikanische Land leidet unter einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Rund vier Millionen der insgesamt etwa 31 Millionen Venezolaner haben deshalb das Land verlassen. Auch aus Kolumbien kamen deutlich mehr Menschen.