Politik

Die Grünen legen zu - Mehrheit wünscht sich Schwarz-Grün

Mannheim.CDU/CSU und SPD verlieren in der Gunst des Wählers ein paar Prozenpunkte gegenüber der Befragung aus dem Dezember. Am meisten legen die Grünen zu. Mit 26 Prozent liegt die Partei nur noch vier Prozent hinter der CDU/CSU. Das macht ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum letzten Politbarometer. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Bundesregierung bestehend aus Schwarz-Grün. Die Arbeit von Kanzlerin Merkel bewerten rund zwei Drittel der Teilnehmer positiv. 

Politische Stimmung in Deutschland

In der politischen Stimmung verlieren die beiden Regierungsparteien CDU/CSU und SPD deutlich an Zustimmung. Die FDP und vor allem die Grünen legen zu, die AfD muss leichte Verluste hinnehmen und die Linke bleibt konstant. Aktuell erreicht die CDU/CSU 30% (-2), auch die SPD muss Einbußen hinnehmen und erreicht nur noch 15% (-2). Die AfD kommt auf 10% (-1), die FDP auf 9% (+2) und die Linke auf 8% (+/-0). Die Grünen verzeichnen 26% (+5), alle anderen Parteien erhalten zusammen 2% (-2). *

Da mit Umfragen aber immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernten Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Ver­gleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen poli­tischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen die Erkenntnisse über die langfristige, sozialstrukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Berücksichtigt wird dabei auch die fehlende Bekenntnisbereitschaft von den Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums.

Wäre bereits am Sonntag Bundestagswahl, gäbe es wieder einen historischen Tiefstwert für die SPD, Hauptprofiteur wären die Grünen: Die Union käme auf 29% (-1) und die SPD auf 14% (-1). Ebenfalls mit 14% (-1) könnte die AfD rechnen und die FDP bekäme 8% (+1). Die Linke würde 9% (+/-0) erzielen und die Grünen 21% (+2), alle sonstigen Parteien würden zusammen 5% (+/-0) erhalten. Damit hätte aktuell Schwarz-Grün eine klare parlamentarische Mehrheit.

Zufriedenheit mit der Bundesregierung und den Koalitionspartnern

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Großen Koalition ist am Anfang des neuen Jahres im Vergleich zum Dezember leicht gewachsen. Die gemeinsame Arbeit in der Bundesregierung auf der Skala von +5 bis -5 (sehr zufrieden bis sehr unzufrieden) wird mit 0,4 (November-II: 0,0; Dezember: 0,3) bewertet. Die Arbeit der CDU/CSU wird mit 0,1 (November-II: -0,1; Dezember: 0,2) beurteilt, und auch die SPD erhält einen Wert von 0,1 (November-II: -0,1; Dezember: 0,1) für ihre Regierungsarbeit.  

 Beurteilung der Bundesregierung

Die Arbeit der Bundesregierung ganz allgemein wird mehrheitlich positiv gesehen: 55% (November-II: 48%; Dezember: 54%) sind aktuell der Ansicht, dass die Große Koalition gute Arbeit leistet, 40% (November-II: 46%; Dezember: 41%) kritisieren die Arbeit der amtierenden Regierung, 5% (November-II: 6%; Dezember: 5%) urteilen darüber nicht.  

Bestand der Bundesregierung bis 2021

Am Fortbestand der amtierenden Bundesregierung gibt es im Vergleich zur bisherigen Legislaturperiode aktuell deutlich geringere Zweifel: 69% (November-I: 53%) aller Deutschen erwarten, dass die Regierung aus CDU/CSU und SPD bis 2021 bestehen bleibt, ein Viertel der Befragten (November-I: 41%) rechnet dagegen mit einem früheren Bruch (weiß nicht: 5%; November-I: 6%).  

Gewünschte Koalition

Auf die vorgabenfreie Frage, welche Parteien zusammen die nächste Bundesregierung bilden sollen, wissen 23% (November-II: 23%; Dezember: 21%) der Deutschen keine Antwort. 14% (November-II: 15%; Dezember: 15%) wünschen sich Schwarz-Grün, 11% (November-II: 8%; Dezember: 11%) eine große Koalition und 10% (November-II: 12%; Dezember: 13%)  ein Bündnis aus SPD und Grünen. Für eine Koalition aus Union und FDP sprechen sich aktuell 9% (November-II: 9%; Dezember: 10%)  aus. Ein Jamaika-Bündnis favorisieren zurzeit 7% (November-II: 4%; Dezember: 5%). Andere Bündnisse, wie Rot-Rot-Grün oder eine klassische Ampel, werden insgesamt von 26% (November-II: 29%; Dezember: 25%) genannt.   

Beurteilung der Arbeit von Angela Merkel

Die Arbeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin wird von 67% der Bevölkerung positiv eingestuft (November-II: 65%; Dezember: 69%), 29% (November-II: 33%; Dezember: 27%) stellen ihrer Arbeit ein schlechtes Zeugnis aus, 4% (November-II: 2%; Dezember: 4%) machen dazu keine Angabe. In allen Parteianhängerschaften, außer bei der AfD, überwiegt die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kanzlerin. 

 Beurteilung von Spitzenpolitikern in Deutschland

Bei der Beurteilung der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker gibt es für die meisten einen leichten Trend nach oben. Nur zwei Politiker büßen an Reputation ein. Wie immer wurde die Bewertung nach Sympathie und Leistung mittels der Skala von +5 bis -5 (halte sehr viel von / halte gar nichts von) vorgenommen. 

Angeführt wird das Ranking nach wie vor von Wolfgang Schäuble, der sich im Vergleich zum Dezember verbessert (1,5). Auf den zweiten Platz kommt Angela Merkel, die ebenso ein Zehntel zulegt wie die neue CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, beide werden aktuell mit 1,4 eingestuft. Der Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, wird erneut mit 1,3 beurteilt und liegt auf dem vierten Rang, ist allerdings nach wie vor 47% der Befragten nicht bekannt und wird deshalb von ihnen nicht bewertet. Es folgen Finanzminister Olaf Scholz (0,9), Außenminister Heiko Maas (0,5), der sich um zwei Zehntel verschlechtert und Christian Lindner (0,4). Auf den achten Rang kommt aktuell Friedrich Merz (0,1) vor Andrea Nahles (-0,3) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (-0,9).   

*Rundungsbedingt müssen sich die Prozentwerte nicht unbedingt auf 100% addieren und die Abweichungen zur letzten Umfrage nicht gegenseitig aufheben. Der Fehlerbereich beträgt bei 1.250 Befragten und einem Anteilswert von 40% rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10% rund +/- zwei Prozentpunkte.  

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