Politik

„Die Nummer mit dem Sittich“

Immer wieder meldet sich der Korrespondent Deniz Yücel (44)zu Wort – in Texten in der „Welt“ oder in Interviews. Heute erscheint zum Jahrestag seiner Festnahme ein Buch: „Wir sind ja nicht zum Spaß hier“, lautet der Titel. Seinen Humor hat sich Yücel im Gefängnis bewahrt. Das Buch, herausgegeben von der Journalistin Doris Akrap von der „tageszeitung“, handelt nicht nur von der Haft. Vor allem finden sich darin überarbeitete frühere Texte des Journalisten.

Neu ist zum Beispiel das Kapitel „Die Nummer mit dem Sittich“, das sich um Yücels Zwangsaufenthalt im Gefängnis „Silivri Nummer 9“ dreht.

Yücel erzählt in dem Text von Kriminellen, die einen verletzten Sittich an einen mitfühlenden Mithäftling verhökern, der den Vogel vor dem Tod bewahren will – und zieht eine Parallele des türkischen Regimes zu seiner Lage: „Hauptberuflich sind diese Leute in etwa das Gleiche wie die Häftlinge mit dem Sittich, nämlich Gangster.“ dpa