Politik

Image In der Corona-Krise können sich etliche Abgeordnete und Minister profilieren – andere dagegen sacken deutlich ab

Diese Politiker stecken in der Flaute

Berlin.Laut Umfragen haben bei der Bewältigung der Corona-Krise viele Spitzenpolitiker bisher eine ganz passable Figur abgegeben. Doch es gibt auch noch jene, die derzeit keinen guten Lauf haben – nicht nur wegen ihres Umgangs mit Corona. Abgesehen von CDU-Mann Philipp Amthor, der derzeit wegen einer Lobbyaffäre in die Schlagzeilen geraten ist, schleppen sich diese vier im Moment politisch besonders dahin:

Armin Laschet

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, der auch CDU-Chef und damit Kanzlerkandidat der Unionsparteien werden will, ist erneut massiv in die Kritik geraten. Dieses Mal durch seine Äußerung, das Corona-Virus habe sich im Tönnies-Schlachtbetrieb ausgebreitet, „weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da das Virus herkommt“.

Laschet (Bild) musste schließlich klarstellen: „Menschen gleich welcher Herkunft irgendeine Schuld am Virus zu geben, verbietet sich.“ Freilich hat auch manch verunglückter Talkshow-Auftritt die Zahl der Laschet-Fans in der Union in letzter Zeit nicht erhöht. Und ob sich sein Corona-Lockerungskurs auszahlt, muss sich erst noch erweisen. Jedenfalls drängt sich derzeit der Eindruck auf, der Wettkampf mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) setzt Laschet mehr unter Druck, als er zugeben will.

Saskia Esken

Bei der SPD wird bereits gespottet: Die Vorsitzende Saskia Esken (Bild) sollte lieber das Twittern einstellen. Zu oft haue sie daneben – ob beim Thema Antifa oder aber dem Rassismus unter Polizisten. Die Politikerin zieht mit ihren Tweets regelmäßig viel Unmut auf sich, was den Sozialdemokraten eher schaden als nutzen dürfte. In den Beliebtheitsumfragen liegt die Doppelspitze der Genossen aus Esken und Norbert Walter-Borjans weit abgeschlagen auf einem hinteren Platz. Anders übrigens als Finanzminister Olaf Scholz, der nach dem Willen der Seeheimer auch Kanzlerkandidat werden soll. Das letzte Wort darüber ist aber noch nicht gesprochen.

Christian Lindner

Der FDP-Vorsitzende scheint (Bild) derzeit abgetaucht. Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise war er gefühlt in jeder Talksendung, um die Regierung mit markigen Worten zu kritisieren und für zügige Corona-Lockerungen zu werben. Das wirkte oft besserwisserisch. Jetzt übt sich Lindner offenkundig in Zurückhaltung. Verfangen hat sein Kurs nämlich nicht. Die Umfragewerte sind für die Liberalen gesunken – sie liegen nur noch bei um die fünf Prozent. Innerparteilich wird wieder Kritik an Lindners One-Man-Show laut. Das ist das große Problem der FDP, und der Vorsitzende weiß das nur zu gut: Neben ihm gibt es kaum Mitstreiter, die öffentlich punkten.

Jörg Meuthen

Der AfD-Sprecher steht erheblich unter Druck. Sein Vorgehen gegen den extrem rechten „Flügel“ im Allgemeinen und gegen den Brandenburger Andreas Kalbitz im Besonderen ist in der Partei hoch umstritten. Manch einer sieht sogar schon das politische Ende Meuthens heraufziehen. So, wie schon einst Frauke Petry und AfD-Gründer Bernd Lucke den Kampf um die Ausrichtung verloren geben mussten. Das Thema Spaltung der Partei ist überdies noch nicht vom Tisch. Kalbitz hat sich nun gerichtlich erfolgreich gegen seinen von Meuthen betriebenen Ausschluss gewehrt. Ob Meuthen sich retten kann, ist dadurch noch fraglicher geworden.

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