Politik

Fall Nawalny Moskau reagiert dünnhäutig auf Sanktionen

Diplomatie geht weiter

Brüssel/Moskau.Die Sanktionen der EU gegen Russland – wegen des Anschlags auf Nawalny mit dem international geächteten Nevenkampfstoff Nowitschok – verschärfen die Krise zwischen Moskau und Brüssel massiv. Außenminister Sergej Lawrow hatte zuletzt schon damit gedroht, in den Beziehungen mal eine Auszeit einzulegen, den Dialog einzufrieren. Die russische Reaktion auf die neuen Sanktionen fiel erwartungsgemäß dünnhäutig aus.

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Wegen des Schicksals eines Menschen setze die EU nun die Beziehungen zu Russland aufs Spiel, meinte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Sanktionen schadeten dem Verhältnis. Doch der 44-jährige Nawalny zeigte sich im Schwarzwald, wo er sich streng bewacht von dem Mordanschlag erholt, durchaus zufrieden mit dem internationalen Wirbel. 17 Millionen Leser und eine Million Likes in neun Tagen, schrieb er stolz im Kurznachrichtendienst Twitter am Donnerstag.

Es war Nawalnys Art, Peskow zu antworten, der ihn wieder nicht beim Namen nannte und ihm zudem einmal mehr die Rolle als Oppositionsführer und jedwede politische Bedeutung absprach. Dabei löste gerade Nawalnys Fall Sanktionen gegen prominente Gefolgsleute von Kremlchef Wladimir Putin aus. Droht nun ein Abbruch der Beziehungen? Derzeit sieht es nicht danach aus. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell betonte bereits am Montag, dass die EU weiter mit Russland werde reden müssen, um auf internationaler Ebene Probleme und Konflikte lösen zu können. „Die Welt kann nicht auf dieses unglückliche Ereignis der Vergiftung von Herrn Nawalny reduziert werden“, sagte Borrell. 

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