Politik

Heimplatz Bundesweit im Durchschnitt 110 Euro mehr

Eigenanteile für Pflege steigen

Archivartikel

Berlin.Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz immer mehr aus eigener Tasche dazu zahlen. Die Eigenbeteiligung stieg weiter und lag mit Stand 1. September im Bundesschnitt bei knapp 1930 Euro. Das waren gut 110 Euro mehr als zum 1. Oktober 2018, wie eine Auswertung der „Pflegedatenbank“ des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV) ergab. Dabei gibt es weiterhin regionale Unterschiede. Zuerst berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland darüber.

Über steigende Belastungen für Pflegeheimbewohner und Angehörige wird seit längerem diskutiert – gerade vor dem Hintergrund, dass Löhne für dringend gesuchte Pflegekräfte steigen und weiter steigen sollen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im März beim Deutschen Pflegetag gesagt, für zusätzliche Pflegekräfte und bessere Bezahlung fielen Mehrkosten an. Zu sagen, dies wirke sich nicht auf die Eigenanteile aus, wäre unrealistisch. Die SPD fordert, Eigenanteile für pflegebedingte Kosten zu begrenzen und langfristig zu streichen.

Teuerer Südwesten

Bundesweit am höchsten sind die selbst zu zahlenden Beiträge weiter in Nordrhein-Westfalen mit nun 2406 Euro – am 1. Oktober 2018 waren es noch 2309 Euro gewesen. Enthalten sind Kosten für die eigentliche Pflege sowie für Investitionen, Unterkunft und Verpflegung. Danach folgen das Saarland mit 2301 (2178) Euro und Baden-Württemberg mit 2250 (2116) Euro. Im Mittelfeld liegen Berlin mit 1931 (1856) Euro, Hessen mit 1936 (1783) Euro und Brandenburg mit 1646 (1527) Euro. Am preiswertesten sind Heimplätze derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, wo 1346 (1238) Euro selbst bezahlt werden müssen.

Die „Pflegedatenbank“ der PKV enthält Informationen von mehr als 11 000 der etwa 13 000 Pflegeheime in Deutschland. Pflegebedürftige müssen einen Eigenanteil für die eigentliche Pflege leisten, weil die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten trägt. Dass die Belastungen unterschiedlich hoch sind, erklären Experten auch mit regional unterschiedlichen Löhnen. dpa

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