Politik

Politik-Sachbuch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller warnt in seinem Buch vor den Folgen des Klimawandels vor allem auf dem afrikanischen Kontinent

Eindringliche Aufforderung zum Umdenken

Berlin.Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat am Dienstag sein Buch „Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit” im kleinen Kreis vorgestellt. Er hielt eine flammende Rede und kritisierte unter anderem die Medien scharf. Zudem warnte er vor den Folgen des Klimawandels auf dem afrikanischen Kontinent – den die Afrikaner selbst noch befeuern könnten.

Der scheidende Bundesentwicklungsminister prangert anlässlich der Welthungerwoche die großen Missstände dieser Erde an: den Hunger, die mangelnde soziale Gerechtigkeit und die Herausforderungen des Klimawandels auf dem afrikanischen Kontinent. Es ist eine flammende Tischrede zum feinen Dinner. Für Müller kein Widerspruch.

PR-Managerin Alexandra von Rehlingen-Prinz hatte in ihr Penthouse in Prenzlauer Berg geladen, um das Buch vorzustellen. So debattierten prominente Pressevertreter wie Stefan Aust, Dirk Steffens und Düzen Tekkal mit Peter Renner, dem Vorstandsvorsitzendem der Stiftung „Allianz für Entwicklung und Klima”, in einem Spannungsfeld aus Betroffenheit und nepalesischem Streetfood.

Kritik an öffentlicher Debatte

In einem war man sich schnell einig: Es ist gut, dass die Diskussion über Afrikas Probleme hier beginnt – aber sie muss hinausgetragen werden aus dem Zirkel derer, die sich ohnehin bereits engagieren. So sieht es der CSU-Minister mit dem sozialen Image – der seinen Abschied aus der Politik am Ende dieser Legislatur bereits angekündigt hat. Müller kritisierte scharf, dass die Vorstellung des Welthunger-Index am Montag nicht die Schlagzeilen der deutschen Medienlandschaft anführte. „Stattdessen interessierten sich alle nur für das Beherbergungsverbot”, schimpfte der Minister.

Das stehe in hartem Kontrast zum Leid in anderen Teilen der Welt, zu den 15 000 Kindern, die Tag für Tag verhungerten. „Ich habe das Elend gesehen”, sagte Müller. Die Klimaflüchtlinge, die bereits heute auf der Suche nach Wasser und Nahrung sind, Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, weil von der einen Seite der Meeresspiegel steigt und von der anderen die sich ausbreitende Wüste jede Lebensgrundlage vernichtet. Müller betont: Während die Industrienationen etwa zwei Drittel der Treibhausgas-Emissionen zu verantworten haben, tragen die afrikanischen Länder so gut wie nichts zur Erderhitzung bei. Dennoch treffen die Folgen sie am härtesten.

Müller spricht sich dafür aus, Afrikas Energieversorgung grün zu gestalten. Die Europäer dürften nicht zulassen, dass die Afrikaner dieselben Fehler machten wie wir Europäer. Stattdessen müsse Europa Afrika dabei helfen, es besser zu machen. Die globalisierte Welt also müsse umdenken, sich als globales Dorf verstehen, denn: „Wir brauchen die Afrikaner, und die Afrikaner brauchen uns.”

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