Politik

„Eine Frage der Gerechtigkeit“

Wie beurteilen Eltern und Lehrer die Ferienregelung? Der Landeselternbeirat Baden-Württemberg sieht keinen Änderungsbedarf. „Wir haben keine Beschwerden von Eltern zur aktuellen Regelung“, sagt Beiratsmitglied Matthias Mackert aus Mannheim. Die späten Sommerferien sind auch akzeptiert, weil sie zweiwöchige Pfingstferien im Mai/Juni ermöglichen – dann lässt es sich meist günstiger verreisen als in der sommerlichen Hochsaison.

Es sei natürlich „eine Frage der Gerechtigkeit“, dass sich zwei Länder auf feste Sommerferienblöcke verlassen können und die übrigen nicht, erklärt Thorsten Ralle, Landeselternsprecher Rheinland-Pfalz. Das Hauptproblem für berufstätige Eltern, egal in welchem Bundesland, sei aber die Frage, wie die Kinder in den sechs Wochen betreut werden. Für Familien in der Region könnten die unterschiedlichen Ferienzeiten zusätzliche organisatorische Probleme bringen – wenn zum Beispiel ein Kind in Ludwigshafen, sein Geschwisterkind aber in Mannheim zur Schule geht. Dann könne es vorkommen, dass die Familie nur wenige gemeinsame freie Tage hat.

Aus lernpsychologischer Sicht seien zu lange Ferien ungünstig, sagt Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Je länger die Ferien, desto mehr Unterrichtsstunden seien danach nötig, um die Schüler wieder auf den alten Wissensstand zu bringen. „Es braucht die richtige Mischung“, sagt er. Aber auch zu viele Unterbrechungen der Lernphasen durch wenige freie Tage sieht er kritisch. „Wir sollten darüber reden, ob es nicht zu viele Kurzferien gibt“, sagt er. be