Politik

Politbarometer Extra Ramelow beliebter als Mohring

Enges Rennen für Thüringen

Archivartikel

Mannheim.Die Linke kann in Thüringen hoffen, erstmals bei einer Landtagswahl als stärkste Partei abzuschneiden. Gut eine Woche vor der Abstimmung liefert sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU. Im Politbarometer Extra der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen käme die Partei von Regierungschef Bodo Ramelow (Bild oben) auf 27 Prozent, wenn am Sonntag die Landtagswahl wäre. Mike Mohrings (Bild unten) CDU liegt nur einen Zähler zurück. Sollte das Ergebnis am 27. Oktober ähnlich ausfallen, müsste Ramelow sich dennoch Sorgen machen, weil seiner rot-rot-grünen Regierung der Verlust der Mehrheit droht.

Dies liegt auch daran, dass die Koalitionspartner SPD und Grüne im Vergleich zur Wahl 2014 mit Verlusten rechnen müssen. Der Hauptgrund für die schwierige Regierungsbildung ist aber die AfD. Sie könnte ihr Ergebnis verdoppeln. Deshalb hätte auch eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen auf Grundlage der Sonntagsfrage keine parlamentarische Mehrheit. Womöglich müssten sich dann sogar vier Parteien für ein Regierungsbündnis finden. Allerdings steht die FDP wegen der Sperrklausel mit exakt fünf Prozent noch auf der Kippe. Mehr als ein Drittel der Wähler wissen noch nicht, ob sie überhaupt und falls ja, für wen sie abstimmen werden.

Bei der Frage nach der zukünftigen Regierung sind die Thüringer gespalten. Grundsätzlich bevorzugen 42 Prozent eine von der Linke geführte Landesregierung, 44 Prozent sähen lieber eine mit der CDU an der Spitze. Eine mögliche Koalition aus Linke, SPD und Grünen fänden 42 Prozent gut, eine aus CDU, SPD und Grünen 36 Prozent.

Björn Höcke mit miserablem Wert

Beim Ansehen werden die Spitzenkandidaten positiv bewertet. Mit einer Ausnahme. AfD-Vorsitzender Björn Höcke kommt auf der Skala von plus bis minus fünf auf einen miserablen Wert. Mit extrem schwachen minus 3,5 liegt er ungewöhnlich tief. Ebenfalls bemerkenswert ist das Abschneiden von Bodo Ramelow. Er ist mit plus zwei beliebter als seine Amtsvorgängerin Christine Lieberknecht (CDU). Wolfgang Tiefensee (SPD) kommt auf einen guten Wert von 1,6, Mohring erzielt 1,2.

Ramelow rangiert nicht nur im Ansehen der Spitzenkandidaten vorn, die Hälfte der Thüringer möchte außerdem, dass er Ministerpräsident bleibt. Mohring liegt mit 31 Prozent weit hinten. Bei einem Duell zwischen Ramelow und Höcke würden sich 76 Prozent für den Amtsinhaber entscheiden. (Bilder: dpa)

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