Politik

Fleisch-Skandal Rund 50 Strafanzeigen eingegangen

Ermittlungen im Fall Tönnies

Archivartikel

Bielefeld/Rheda-Wiedenbrück.Nach zahlreichen Anzeigen wegen des massiven Corona-Ausbruchs in Deutschlands größtem Fleischwerk ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies. Grund dafür sei aber kein neuer Ermittlungsstand, sondern das übliche Fortschreiben eines solchen Verfahrens, sagte ein Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen zunächst gegen Unbekannt wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ermittelt.

Regionale Einschränkungen

Bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld sind seit dem Ausbruch im Tönnies-Hauptwerk in Rheda-Wiedenbrück Mitte Juni nach Angaben der Behörde rund 50 Strafanzeigen eingegangen. Der Ermittlungskommission der Polizei, die den Einsatznamen EK „Carne“ (Fleisch) trägt, gehörten derzeit fünf Beamte an, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei. Die „Neue Westfälische“ hatte darüber berichtet, dass nun gegen die Geschäftsführung ermittelt werde.

Bei dem Corona-Ausbruch in dem Fleischwerk hatten sich rund 1400 Mitarbeiter infiziert. Der Ausbruch hatte zu den bundesweit ersten regionalen Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie geführt. Davon waren die Kreise Gütersloh und Warendorf betroffen. dpa

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