Politik

Erstarken der AfD führt zu Bedenken

Mit Blick auf die Demokratie sehen die Deutschen das Erstarken der AfD mit großen Bedenken. Was den politischen Umgang mit der AfD betrifft, unterstützen 58% der Deutschen die Forderung, dass es „keinerlei Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD“ geben soll. Bei den Motiven, die AfD zu wählen, unterscheiden sich die AfD-Anhänger auffällig von der Einschätzung aller Wahlberechtigten.

AfD-Erstarken: Folgen für Demokratie und Ost/West-Verhältnis 

Mit Blick auf die Demokratie sehen die Deutschen das Erstarken der AfD mit großen Bedenken: 73% aller Befragten – 75% im Westen und 64% im Osten – bezeichnen es als „schlecht für unsere Demokratie“, dass die AfD jetzt bei den Landtagswahlen sehr gute Ergebnisse erzielt hat. Insgesamt 21% bewerten das positiv, darunter 19% im Westen und 30% im Osten. 

Neben dem politischen System befürchten die Deutschen wegen der starken AfD auch negative Konsequenzen für das Ost-West-Verhältnis: Für 67% der Deutschen (West: 69%; Ost: 57%) wird das Zusammenwachsen von Ost und West deshalb schwieriger, für 28% wird das wegen der sehr guten AfD-Wahlergebnisse nicht schwieriger. 

AfD: Politische Zusammenarbeit und rechtsextremes Gedankengut

Was den politischen Umgang mit der AfD betrifft, unterstützen 58% der Deutschen die Forderung, dass es „keinerlei Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD“ geben soll. Umgekehrt sprechen sich 37% gegen eine solche Abgrenzung aus. Dass es keinerlei Kooperation mit der AfD geben sollte, meinen klare Mehrheiten von 64% der CDU/CSU-, 75% der SPD-, 60% der FDP-, 54% der Linke- und 75% der Grünen-Anhänger. Im AfD-Lager finden das fast alle Befragten nicht richtig. 

Ein Grund, weshalb die Bundesbürger mit relativ hoher Konstanz mehrheitlich eine restriktive Abgrenzung zur AfD befürworten, sind sehr klare Ansichten zu den Geisteshaltungen innerhalb dieser Partei: Nach Meinung von 80% aller Deutschen, aber nur von 24% ihrer eigenen Anhänger, ist rechtsextremes Gedankengut in der AfD weit (39%) oder sehr weit (41%) verbreitet, lediglich 15% sehen solche Einstellungen in der AfD „weniger weit“ (14%) oder „überhaupt nicht“ (1%) verbreitet.  

AfD: Wahlmotive

Was die Motive betrifft, AfD zu wählen, unterscheiden sich die AfD-Anhänger auffällig von der Einschätzung aller Wahlberechtigten: 78% aller Deutschen glauben, die AfD wurde jetzt hauptsächlich als „Denkzettel für die anderen Parteien gewählt“, 16% meinen wegen der „politischen Forderungen der AfD“. Unter den bundesweiten AfD-Anhängern sagen dagegen nur 56% „Denkzettel“, aber 42% „wegen der politischen Forderungen“. 

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