Politik

Terrorismus Ausschuss arbeitet Fall Amri auf

Erster Zeuge befragt

Archivartikel

Berlin.Im Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Fall des Berliner Attentäters Anis Amri sind erneut mangelhafte Absprachen diverser Sicherheitsbehörden kritisiert worden. Der nordrhein-westfälische Sonderermittler Bernhard Kretschmer, der gestern als erster Zeuge befragt wurde, bemängelte, dass der Generalbundesanwalt laufende Ermittlungen gegen den als Gefährder eingestuften Amri nicht an sich gezogen habe. Auch die Zusammenarbeit zwischen NRW und Berlin sei nicht optimal gewesen.

Bei dem bislang schwersten islamistischen Anschlag in Deutschland auf einen Berliner Weihnachtsmarkt waren am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet und viele verletzt worden. Ungeklärt ist immer noch, warum Amri nicht Monate vor der Tat in sein Heimatland Tunesien abgeschoben worden war. Sein Asylantrag war am 11. Juni 2016 abgelehnt worden. Erst zwei Monate später beantragten die Behörden den für die Abschiebung notwendigen Passersatz in Tunesien. dpa