Politik

Corona Paul-Ehrlich-Institut rät auch Allergikern zur Impfung / Wegen Negativrekorde weit weg von Normalität

Erstmals mehr als 1000 Tote am Tag

Archivartikel

Berlin.Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat wegen der kritischen Corona-Lage zu zurückhaltenden Silvesterfeiern aufgerufen und setzt auf mehr Impfmöglichkeiten im neuen Jahr. „Es ist notwendig, dass dieses das wahrscheinlich ruhigste Silvester werden wird, an das sich Deutschland erinnern kann“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Spahn bat um Verständnis und Geduld bei Anlaufschwierigkeiten der Impfungen – der Start sei aber insgesamt gelungen.

Aus den Ländern kam teils Kritik wegen ausbleibenden Impfstoff-Nachschubs. Die nächste Lieferung werde – wie ursprünglich geplant – am 8. Januar erfolgen, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Danach solle die nächste Lieferung am 18. Januar kommen, ab dann vorerst wöchentlich jeweils montags. Dabei würden anfangs etwa 670 000 Dosen pro Woche geliefert.

Spahn sagte, er verstehe die Ungeduld bei vielen. Der Impfstoff sei aber weltweit knapp. Man solle nicht vergessen, dass es so schnell in der Pandemie schon einen Impfstoff gebe. Dies sei Anlass zu Freude und Zuversicht.

Astrazeneca zugelassen

Am Mittwoch ließ Großbritannien das Mittel der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zu. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) habe dem heimischen Vakzin eine Notfallzulassung erteilt, gab das britische Gesundheitsministerium bekannt. Es ist weltweit die erste Zulassung des Impfstoffs. Bereits von diesem Montag, 4. Januar, an soll mit den Impfungen begonnen werden.

Mit Blick auf eine Eindämmung der Pandemie bekräftigte Spahn: „Die Infektions- und Todeszahlen zeigen, dass wir von einer Normalität, wie wir sie uns wünschen, noch sehr weit entfernt sind.“ Er sehe nicht, „wie wir in dieser Situation zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown“. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 5. Januar erneut beraten – der Mitte Dezember begonnene Lockdown dauert vorerst bis 10. Januar.

Die Zahl der gemeldeten Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus überstieg zum ersten Mal die Marke von 1000. Binnen eines Tages übermittelten die Gesundheitsämter 1129 neue Todesfälle, wie das RKI am Mittwoch bekanntgab. Gemeldet wurden außerdem 22 459 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, rief dazu auf, sich impfen zu lassen. Auch Menschen mit allergischen Erkrankungen haben kein höheres Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen der Corona-Impfung. Das habe eine Prüfung der Datenlage durch PEI-Experten und die Europäische Arzneimittelbehörde ergeben, teilte das PEI mit. dpa

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