Politik

Golf-Konflikt Brüssel will weiter mit Iran arbeiten

EU kritisiert Sanktionen von USA

Archivartikel

Washington/Teheran/Brüssel.Die neuen US-Sanktionen gegen Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif haben die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter angeheizt und Kritik bei der EU ausgelöst. „Wir bedauern diese Entscheidung“, sagte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini am Donnerstag in Brüssel. Von europäischer Seite aus werde weiter mit Sarif zusammengearbeitet. Es gelte, die diplomatischen Kanäle offenzuhalten.

Derweil geht trotz der klaren Absage von Außenminister Heiko Maas (SPD) an eine US-geführte Militärmission geht die Debatte über eine Entsendung der Bundeswehr in die Straße von Hormus weiter. Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen wirbt für einen eigenständigen europäischen Einsatz mit deutscher und französischer Beteiligung zum Schutz von Handelsschiffen.

Bolton: „Er ist ein Hochstapler“

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte die Sanktionen gegen Sarif. „Einerseits reden die Amerikaner die ganze Zeit von Verhandlungen, dann aber sanktionieren sie unseren Außenminister“, sagte er am Donnerstag. Sarif selbst hatte bereits am Mittwochabend die von der US-Regierung gegen ihn verhängten Sanktionen als „wirkungslos“ bezeichnet.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, verteidigte die Sanktionen. „Das ist ein fundamental unrechtmäßiges Regime. Sarif ist das Sprachrohr des Regimes“, sagte Bolton am Donnerstag dem Sender Fox Business. „Er ist kein Diplomat, er ist ein Hochstapler, er ist eine Show, er ist ein Gauner.“ dpa

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