Politik

Venezuela Guaidó appelliert an das Militär

EU sagt humanitäre Hilfe zu

Archivartikel

Caracas.Nach der Anerkennung durch viele EU-Länder wird die humanitäre Hilfe für Venezuela zu der ersten Bewährungsprobe für den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó. Um Lebensmittel und Medikamente in den Krisenstaat zu schaffen, braucht er allerdings die Unterstützung der Streitkräfte, die noch hinter Nicolás Maduro stehen.

Deshalb richtete Guaidó sich gestern an die Militärs: Sie müssten entscheiden, ob sie auf der Seite von jemandem stehen wollten, um den es immer einsamer werde, oder auf der Seite von Hunderttausenden Venezolanern, die Lebensmittel und Medikamente bräuchten.

Die EU-Kommission kündigte gestern an, fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Land zur Verfügung zu stellen. Das Geld solle unter anderem der Versorgung mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe dienen, sagte EU-Kommissar Christos Stylianides. Zudem wolle die EU-Kommission in Caracas ein Büro für humanitäre Hilfe eröffnen. Für die kommende Woche war in Washington eine internationale Konferenz zur humanitären Hilfe für Venezuela geplant. Die USA, Kanada und Deutschland sagten bereits Soforthilfen in Millionenhöhe zu. Die Lieferungen sollen von Kolumbien und Brasilien aus ins Land gelangen.

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Viele Menschen hungern, rund drei Millionen Venezolaner sind ins Ausland geflohen. dpa