Politik

Handel Abgeordnete fordern bessere Prüfung

EU will mehr Tierschutz

Brüssel/Straßburg.Wer bei eBay in den Kleinanzeigen nach einem Hund oder einer Katze sucht, erhält den Hinweis: „Schütze dich vor unseriösem Tierhandel“ – ergänzt durch Tipps von Tierschützern. Doch das ist den Abgeordneten des Europäischen Parlamentes in Straßburg zu wenig. Am Mittwoch werden sie die EU-Kommission auffordern, „entschiedene und wirksame Maßnahmen“ zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Heimtieren zu ergreifen. Die europäische Volksvertretung spricht von „schätzungsweise 46 000 Hunden, die jeden Monat zwischen den EU-Ländern gehandelt werden – die meisten ohne Registrierung“.

Gute Chancen auf Änderung

Die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes hatten schon 2016 versucht, die Notbremse zu ziehen, und ein EU-System zur Registrierung von Haustieren gefordert. Tatsächlich sind die geltenden Regeln im Kampf gegen die Welpen-Mafia streng gemeint, blieben aber letztlich nicht effektiv: Jeder exportierte Hund und alle gehandelten Katzen müssen einen Chip bekommen und in einer europäischen Datenbank registriert sein. Damit können Käufer ersehen, wer der Vorbesitzer war. Doch solche Nachweise sind oft gefälscht. Hinzu kommt, dass die Datenbanken in den Mitgliedstaaten häufig nicht kompatibel sind. Ende Januar beschloss der Umweltausschuss, schärfere Maßnahmen von der Kommission einzufordern. Die Registrierung von Hunden und Katzen soll für alle EU-Staaten verpflichtend werden und die Datenbanken kompatibel gemacht werden. Dass die Kommission den Vorschlag der Volksvertreter aufgreifen wird, scheint sicher. Im März will das Team von Präsidentin Ursula von der Leyen einen Entwurf für ein Tiergesundheitsrecht vorlegen. Es soll alle Vorschriften zur Bekämpfung des illegalen Handels enthalten. 

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