Politik

Europäische Streitkräfte im Irak

Archivartikel

Nach dem iranischen Raketenangriff auf von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak erwägen einige europäische Länder –wie auch Deutschland – eine teilweise Verlegung ihrer Soldaten. Größere Truppensteller wollen ihre Präsenz im Irak nach jetzigem Stand aufrechterhalten.

Großbritannien: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind derzeit 400 britische Soldaten zur Ausbildung irakischer Streitkräfte im Land. Man werde die Arbeit zur Deeskalation in der Region fortführen, sagte Premierminister Boris Johnson am Mittwoch.

Italien: Das Verteidigungsministerium in Rom hatte vor dem Raketenangriff am Dienstag mitgeteilt, die Präsenz in der Region aufrechterhalten zu wollen. Das Land ist mit rund 1000 Soldaten im Irak vertreten.

Frankreich: Das Land hatte am Dienstag angekündigt, dass der Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in der Region fortgesetzt werde – von einem Truppenabzug war keine Rede. Im Irak sind 160 französische Soldaten im Einsatz, in der gesamten Region (Syrien, Irak, Jordanien) hat Frankreich als Teil der Anti-IS-Koalition rund 1000 Soldaten stationiert.

Spanien: Zehn von insgesamt 13 spanischen Soldaten, die im Rahmen der Nato-Mission im Irak waren, sind nach Kuwait verlegt worden. In der Militärbasis „Gran Capitán“ in Besmaya im Südosten des Iraks sind zudem 550 spanische Soldaten im Rahmen der Anti-IS-Koalition stationiert. Sie sollen nach jetzigem Stand bleiben.

Polen: „Wir erwägen derzeit dort keine Evakuierung der Soldaten“, sagte der für die operativen Kräfte zuständige Generalmajor Tomasz Piotrowski. Nach seinen Worten ist das polnische Militär im Irak mit insgesamt 268 Soldaten und zivilen Beschäftigten vertreten.

Ungarn: Das ungarische Militärkontingent soll vorerst in dem Zweistromland bleiben. Ungarn hat 200 Soldaten im Lager Atrusch nördlich von Erbil in der kurdischen Autonomieregion stationiert.

Einige Länder mit einer kleineren Militärpräsenz wie Slowenien, die Slowakei, Kroatien und Bulgarien haben dagegen angekündigt, ihre Soldaten abziehen oder verlegen zu wollen.

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