Politik

USA Trumps früherer Wahlkampfmanager Manafort will Sonderermittler Mueller Informationen liefern / Details noch unklar

Ex-Berater kooperiert mit der Justiz

Washington.Der Angeklagte sieht erschöpft aus. Die im Juni angeordnete Untersuchungshaft macht dem früheren Lebemann ganz offensichtlich zu schaffen. Vor dem Bundesgericht des District of Columbia in Washington erschien Paul Manafort, ehemaliger Wahlkampfmanager von Präsident Donald Trump, gestern nicht in Gefängniskleidung, sondern in feinem dunklen Tuch mit violetter Krawatte. Was darauf hindeutete, dass es zu einer Einigung mit Sonderermittler Robert Mueller gekommen war.

Ob er wisse, worauf er sich einlasse, will Richterin Amy Berman Jackson von Manafort wissen. „Das tue ich“, antwortet der Mann knapp, der als früherer Lobbyist und Berater des russlandnahen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, mehr als 60 Millionen Dollar aus dunklen Kanälen kassiert hatte.

Manafort verliert nun das Recht auf einen zweiten Prozess, in dem Mueller die sieben Anklagepunkte vor einer Jury hätte beweisen müssen. Stattdessen einigte er sich mit den Staatsanwälten darauf, alle bis auf zwei Klagepunkte fallenzulassen. Schuldig bekennt er sich zur Verschwörung, die Vereinigten Staaten betrogen und die Justiz behindert zu haben.

Umfassende Zusammenarbeit

Analysten machen darauf aufmerksam, dass es sich dabei um die beiden Hauptstränge der Ermittlungen Muellers in der Russlandaffäre handelt. Welche Informationen Manafort im Gegenzug Mueller preisgibt, blieb unklar. Sie dürften substanziell sein, weil der ehemalige Wahlkampfmanager Trump bis zu den Schuldsprüchen in dem ersten Prozess in Virginia noch darauf bestanden hatte, keinesfalls mit Mueller zu kooperieren. Staatsanwalt Andrew Weissmann sagte, Manafort habe bereits Informationen übergeben und sei zur umfassenden Kooperation bereit. Außerdem tritt er den Anklägern vier Immobilien, vier Sparkonten und eine Lebensversicherung in einem Gesamtwert von rund 46 Millionen US-Dollar ab.

Die Sprecherin des Präsidenten, Sarah Sanders, erklärte, die Einigung mit dem Sonderermittler „hat absolut nichts mit dem Präsidenten oder seinem siegreichen Wahlkampf 2016 zu tun“. Das behauptet auch der Rechtsberater des Präsidenten, Rudy Giuliani. „Der Grund? Der Präsident hat nichts falsch gemacht.“

Der Zweckoptimismus des Weißen Hauses widerspricht der Rolle, die Manafort in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs, im Sommer 2016, gespielt hat. Der Wahlkampfmanager nahm an dem denkwürdigen Treffen mit Emissären der russischen Regierung im Trump-Tower teil, bei dem diese versprochen hatten, „Schmutz gegen Hillary Clinton“ zu besorgen. Außerdem soll Manafort einem russischen Geldgeber persönliche Informationen angeboten haben.

Manafort ist neben dem ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn und Trumps langjährigem Hausanwalt Michael Cohen die dritte Führungsperson im unmittelbaren Umfeld Trumps, die mit der Staatsanwaltschaft kooperiert. Er bleibt bis auf weiteres in Haft.