Politik

Ukraine Generalstaatsanwalt stellt Saakaschwili Ultimatum

Ex-Präsident befreit

Kiew.Hunderte ukrainische Demonstranten haben mit einer spektakulären Aktion die Festnahme des ehemaligen georgischen Präsidenten und jetzigen Kiewer Oppositionellen Michail Saakaschwili vorerst verhindert. Ursprünglich wollten die Ermittler den 49-Jährigen wegen Unterstützung krimineller Kreise festsetzen. Auf dem Weg zum Untersuchungsgefängnis wurde der Gefangenentransporter jedoch blockiert und Saakaschwili befreit.

Generalstaatsanwalt Juri Luzenko gab Saakaschwili genau einen Tag, sich zu stellen. „In 24 Stunden wird das gesamte Rechtssystem der Ukraine alles Notwendige dafür tun, dass der staatenlose Saakaschwili vor den Ermittlern und danach vor Gericht erscheint“, sagte er im Parlament in Kiew. Zugleich rief er die Demonstranten vor der Obersten Rada auf, ein Zeltlager zu räumen.

Flucht aufs Dach

Am Morgen hatten die Einsatzkräfte das Wohnhaus Saakaschwilis im Stadtzentrum gestürmt. Während der Hausdurchsuchung flüchtete der Politiker aufs Dach. Dort drohte er nach Medienberichten damit, sich umzubringen. Ein Dutzend Sicherheitskräfte zerrten Saakaschwili vom Dach und brachten ihn zu einem Gefangenenbus. Nur wenige Minuten später wurde der Transport blockiert. Die Protestierenden durchstachen die Reifen des Busses und schlugen die Frontscheibe ein. Zusätzlich rissen sie das Kopfsteinpflaster auf und bauten Barrikaden. Mehrere Dutzend Demonstranten schlugen Seitenfenster des Fahrzeugs ein und brachen eine Tür des Kleinbusses auf. Die Spezialkräfte des Geheimdienstes SBU setzten Reizgas ein. Nach drei Stunden wurde der umstrittene Politiker schließlich aus dem Fahrzeug befreit. (dpa)

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