Politik

Fiktiver Vertrag der Solidarität

Archivartikel

Mainz/Berlin.Ursprünglich ging es um das Thema Rente, doch der Begriff hat sich mittlerweile auf mehrere Lebensbereiche ausgebreitet – der sogenannte Generationenvertrag. Ein fiktiver „Solidar-Vertrag zwischen jeweils zwei gesellschaftlichen Generationen“, wie der deutsche Wirtschaftstheoretiker Wilfried Schreiber (†1975) einst sagte.

Schreiber hatte 1957 die Reform der Gesetzlichen Rente vorangetrieben. Ziel war es, Zurechnungsregeln für die Verteilung des Einkommens Erwerbstätiger einzuführen. Die individuellen Konsummöglichkeiten sollten damit auf die drei Lebensphasen Kindheit und Jugend, Erwerbsphase und Alter aufgeteilt werden. Ein echter Vertrag ist jedoch nicht zustande gekommen. Der Begriff ist also nicht juristisch zu verstehen.

Umweltdebatte einbezogen

Auch in der Klimadebatte gibt es nun Forderungen nach einem Generationenvertrag. Vergangene Woche hatte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) eine solche Einigung verlangt: Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur kenne keine Grenzen, erklärte sie. Daher seien weltweit verbindliche Zusagen zum Klimaschutz notwendig, sagte sie beim Jugendklimaforum in Mainz. Höfken will an der Weltklimakonferenz am Montag in Madrid teilnehmen. Hierfür sollten die Teilnehmer des Forums politische Forderungen formulieren, um sie der Ministerin zur Konferenz mitzugeben.

Ressourcen aufgebraucht

Die Menschheit hat zudem ihr Budget an natürlichen Ressourcen für dieses Jahr rechnerisch seit dem 29. Juli aufgebraucht. Nach neuen Berechnungen der Denkfabrik Global Footprint Network lag der sogenannte Erdüberlastungstag 2019 damit gleichauf mit 2018. Rein rechnerisch beanspruche die Weltbevölkerung derzeit die Ressourcen von 1,75 Erden.

Vom Erdüberlastungstag an werden Ressourcen verbraucht, die nicht mehr im Lauf des Jahres nachwachsen. Vor allem der Lebensstil in reichen Industrienationen belastet das Konto. „Wir konsumieren und wirtschaften, als gäbe es kein Morgen“, mahnte die Umweltstiftung WWF. Mehrere Umweltschutzorganisationen forderten, das Paradigma des Wirtschaftswachstums hinter sich zu lassen und mehr für den Umweltschutz zu tun. (mit dpa)

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