Politik

Syrienhilfe Wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten steht eine niederländische Stiftung in der Kritik / Auswärtiges Amt fordert Geld zurück

Finanzchaos bei Weißhelm-Förderern

Damaskus/Berlin.In den Niederlanden steht eine Stiftung schwer in die Kritik, die unter anderem für europäische Regierungen Hilfen in Millionenhöhe an die syrischen Weißhelme geleitet hat. Das Auswärtige Amt forderte nach eigenen Angaben Zinsen in Höhe von 49 596,92 Euro von der niederländischen NGO Stichting Mayday Rescue zurück. Diese seien aufgrund von „nicht alsbaldiger Mittelverwendung“ angefallen, teilte das Auswärtige Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuletzt berichtete die Zeitung „de Volkskrant“ über finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der niederländischen Stiftung.

Demnach habe der damalige Leiter der Stiftung und Mitgründer der Weißhelme, James Le Mesurier, die Geberländer bereits im November 2019 in einer E-Mail über Unregelmäßigkeiten informiert. Damals ging es um 50 000 US-Dollar, die verschwunden waren. Le Mesurier sprach dem Medienbericht zufolge in der E-Mail von „Betrug“, der allerdings nicht vorsätzlich geschehen sei. Wenige Tage nach der E-Mail wurde Le Mesurier in Istanbul tot aufgefunden. Nach Erkenntnissen der türkischen Staatsanwaltschaft war er aus großer Höhe gestürzt. Die Ermittlungen wurden eingestellt, da keine Hinweise auf Fremdeinwirkungen festgestellt werden konnten.

Die Weißhelme sind für ihren Einsatz im syrischen Bürgerkrieg bekannt. Nach Bombenangriffen sind sie oft unter den ersten Helfern vor Ort. In den vergangenen acht Jahren retteten sie nach US-Angaben mehr als 115 000 Menschen. Die niederländische NGO hatte die Finanzierung der Weißhelme in Syrien für zahlreiche Geberländer organisiert, darunter Deutschland, Großbritannien, Katar und weitere EU-Länder.

Das Auswärtige Amt sieht nach einer externen Finanzprüfung keinen Hinweis auf Zweckentfremdung von Mitteln. Allerdings gebe es Hinweise auf „signifikante Lücken“ in der Organisation und der internen Kontrolle von Mayday. Aus Berlin hieß es am Donnerstag, aktuell gebe es keine finanzielle Förderung des Auswärtigen Amts für die Weißhelme über Mayday Rescue. Die Arbeit der Weißhelme ginge aber unvermindert weiter, dpa

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