Politik

Flüchtlinge, Ausländer und Integration weiterhin wichtigstes Problem

Mannheim.Flüchtlinge, Ausländer und Integration steht weiterhin ganz oben auf der Liste der Themen, was die Probleme in Deutschland angeht. In den letzten Wochen schlug auch das Thema Datenleak hohe Wellen. Dazu befragt, gaben 79 Prozent an, dass sie ihre persönlichen Daten im Internet für weniger beziehungsweise überhaupt nicht sicher halten. 75 Prozent sind der Meinung, dass der Staat mehr gegen Cyber-Kriminalität tun sollte. 

Die wichtigsten Themen in Deutschland

Das Thema Flüchtlinge, Ausländer und Integration ist nach wie vor das wichtigste Problem in Deutschland. Bei der ohne Antwortvorgaben gestellten Frage mit bis zu zwei Angaben nennen 39% diesen Bereich, 14% brennt das Thema Renten- und Alterssicherung und 11% das „soziales Gefälle“ bzw. die „soziale Gerechtigkeit“ auf den Nägeln. Für jeden Zehnten stehen Umwelt- und Energiethemen ganz oben auf der Agenda, für 9% der Sektor Bildung und Schule und für 7% der Streit in der Bundesregierung bzw. der Zustand der Regierungsparteien. Jeweils 6% der Nennungen entfallen auf die Themen Arbeitslosigkeit sowie Miet- und Wohnungsmarkt. 5% sehen den größten Bedarf bei der Gesundheits- und Pflegepolitik und ebenfalls für 5% ist der Rechtsextremismus das wichtigste Problem in Deutschland.  

Internet: Sicherheit der Daten

Nach der Veröffentlichung gehackter privater Daten von Politikern und Prominenten gehen 16% der Bevölkerung davon aus, dass persönliche Daten im Internet sicher (15%) oder sehr sicher (1%) sind, mehr als drei Viertel der Befragten (79%) halten persönliche Daten für weniger (49%) bzw. überhaupt nicht sicher (30%). Als im Juni 2013 bekannt wurde, dass Geheimdienste aus Großbritannien und den USA weltweit und umfangreich im Internet auch persönliche Daten sammeln, gingen noch weniger Befragte von Datensicherheit im Internet aus, damals sagten 8% (sehr) sicher und 89% weniger und überhaupt nicht sicher. 

Internet: Eigener Datenschutz

Mehr als die Hälfte der Befragten (54%) ist der Meinung, dass sie selbst genug tut, um ihre Daten im Internet zu schützen, 30% sagen, dass sie nicht genug tun. Auf 16% trifft dies nicht zu haben oder sie können das nicht beurteilen.   

Internet: Tut der Staat genug gegen Cyber-Kriminalität?

Drei Viertel der Bevölkerung sind der Ansicht, der Staat tut nicht genug, um Cyber-Attacken und Kriminalität zu bekämpfen, lediglich 15% sind der Meinung, der Staat tut genug zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität (weiß nicht: 10%).       

 Recht auf Home-Office und Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten

Knapp zwei Drittel (64%) aller Befragten befürworten ein gesetzlich verankertes Recht auf Home-Office, so dass Arbeitnehmer von daheim arbeiten können, wenn es ihre Art der Tätigkeit zulässt, 31% fänden eine solche Möglichkeit nicht gut (weiß nicht: 5%).  

Dass es möglich ist, einen Teil der eigenen Arbeit von daheim zu verrichten, sagen 32% aller Befragten, 5% von ihnen arbeiten bereits von zuhause aus, 33% sind der Meinung, ihre Tätigkeit ließe dies nicht zu. 34% sagen, dass sie keiner beruflichen Tätigkeit (mehr) nachgehen (weiß nicht: 1%). Bei den zurzeit Berufstätigen sind 50% der Meinung – 8% von ihnen arbeiten bereits im Home Office –, dass sie einen Teil ihrer Arbeit von zuhause aus machen könnten, bei 49% wäre dies nicht möglich. 

Politische Streitkultur in Deutschland: Wie häufig kommt es zum Streit?

Bei 19% der Bevölkerung kommt es im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis sehr häufig (3%) oder häufig (17%) bei Gesprächen über Politik zum Streit. Bei 45% ist dies nach eigenen Angaben nicht so häufig der Fall und bei mehr als einem Viertel der Befragten (28%) nie. 7% können dazu keine eindeutige Aussage treffen, weil sie nie politische Gespräche führen. Im Osten des Landes kommt es häufiger zu politischen Streitgesprächen im persönlichen Umfeld (23%) als im Westen (18%).  

Politische Streitkultur in Deutschland: Verständnis für andere Meinungen?

Wenn es ganz generell um politische Auseinandersetzungen in unserem Land geht, sind zwei Drittel der Bevölkerung der Meinung, es gibt bei den meisten Menschen zu wenig Toleranz, 7% sind der Ansicht, die meisten Menschen haben zu viel Verständnis für andere politische Meinungen und ein Fünftel sagt „gerade richtig“ (weiß nicht: 7%).  

Zufriedenheit mit der Demokratie

Wenn es ganz allgemein um das Funktionieren unserer Demokratie in Deutschland geht, fällt das Urteil aktuell besser aus als im September letzten Jahres: 71% (September-I: 64%) sind aktuell eher zufrieden, etwas mehr als ein Viertel (27%; September-I: 34%) ist eher unzufrieden, 2% (September-I: 2%) sagen dazu nichts. Während Unions- (82%), SPD- (85%), FDP- (80%) Linke- (53%) und Grüne-Anhänger (85%) sich jeweils mit klaren Mehrheiten positiv über die Demokratie in Deutschland äußern, tut dies in der AfD-Anhängerschaft nur eine Minderheit (32%). Eine deutliche Diskrepanz gibt es zwischen Ost und West: Im Westen (76%) liegt die Demokratiezufriedenheit 23 Prozentpunkte über Ost-Niveau (53%).  

Abschieberegeln für Asylbewerber

Wenn es um die Abschiebung straffällig gewordener Asylbewerber geht, gibt es ein mehrheitliches Votum für eine Verschärfung der Rechtslage: Nach Meinung von 58% (Januar-I 2017: 67%) der Befragten brauchen wir hier schärfere Gesetze, 38% (Januar-I 2017: 31%) halten die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten zur Abschiebung straffällig gewordener Asylbewerber für ausreichend, darunter 11% der AfD-, 23% der FDP-, 40% der CDU/CSU-, 50% der Linke-, 52% der SPD- und 53% der Grüne-Anhänger.  

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