Politik

Rassismus Auch brutale Festnahmen in Europa

Frankreich kämpft gegen Polizeigewalt

Archivartikel

Paris.Es war ein Sommernachmittag im Juli 2016, als die Brüder Bagui und Adama Traoré in Beaumont-sur-Oise, 30 Kilometer nördlich von Paris, in eine Kontrolle durch Gendarmen gerieten. Während Bagui ruhig blieb, ergriff der 24-jährige Adama die Flucht. Er entkam, wurde aber wenig später festgenommen. Die Beamten sagten aus, zu dritt hätten sie Traoré in Bauchlage auf den Boden gedrückt. Wie George Floyd soll der Franzose gesagt haben, er bekomme keine Luft. Er stand noch aus eigener Kraft auf, um sich in den Polizeiwagen führen zu lassen, fiel aber auf dem Weg ins Präsidium in Ohnmacht und starb kurz darauf. In Beaumont-sur-Oise und Paris kam es zu Aufständen vor allem der schwarzen Bevölkerung; Traoré war einer von ihnen.

Kritik an Sicherheitskräften

Bis heute kämpft die Schwester des Verstorbenen, Assa Traoré, um Gerechtigkeit für Adama. Nach dem Tod von George Floyd organisierte sie eine Demonstration, zu der 20 000 Menschen vor das Gerichtsgebäude in Paris kamen.

Hatten die Regierung und Innenminister Christophe Castaner stets die Sicherheitskräfte verteidigt, so ließ Castaner am Montag neue Töne vernehmen. „Eine Polizei- oder Gendarm-Uniform zu tragen ist eine Ehre, der sich jeder würdig erweisen muss“, sagte Castaner. Zu viele hätten in dieser „republikanischen Pflicht“ versagt. Die Würgegriff-Technik werde künftig verboten.

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