Politik

Terrorismus Staatspräsident ruft zu Wachsamkeit auf

Franzosen ehren toten Polizisten

Archivartikel

Paris.Frankreich hat mit einer bewegenden Trauerfeier den bei einem islamistischen Terroranschlag getöteten Gendarmen Arnaud Beltrame geehrt. Staatspräsident Emmanuel Macron würdigte den „gewaltigen Mut“ des 44-Jährigen, der sich im Austausch gegen eine Geisel in die Hand des Täters begeben hatte, und bezeichnete ihn als Helden. „Sein Beispiel wird bleiben.“ Macron erwähnte in seiner Trauerrede auch die 85-jährige Mireille Knoll, die in Paris in ihrer Wohnung getötet worden war, „weil sie Jüdin war“. Im Ehrenhof neben dem Pariser Invalidendom versammelten sich Angehörige der Opfer des Terroranschlags in Südfrankreich.

Der Gendarmerieoffizier hatte sich am vergangenen Freitag beim Angriff eines Islamisten in einem Supermarkt in der Nähe von Carcassonne als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt. Der Täter verletzte den Beamten schwer, der 44-Jährige starb später im Krankenhaus. Der Islamist tötete bei mehreren Attacken vier Menschen. Er wurde von der Polizei erschossen. Macron beförderte Beltrame posthum und ernannte ihn zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes.

Macron warnt vor Islamismus

Der Staatschef warnte vor einer neuen Form des Islamismus. Frankreich gehe nicht nur gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor, sondern auch gegen „diesen unterirdischen Islamismus, der sich über die sozialen Netzwerke ausbreitet“. Frankreich werde die Bewährungsprobe des islamistischen Terrors bestehen. „Unser Volk hat viele andere bestanden.“ Er appellierte an die Bürger, wachsam zu sein. Macron beschwor angesicht der Bedrohung durch einen „barbarischen Nihilismus“ den französischen Widerstandsgeist. Er stellte Beltrame in eine Reihe mit der französischen „Résistance“ im Zweiten Weltkrieg. Nazi-Deutschland war 1940 in Frankreich einmarschiert, die Besatzung dauerte bis 1944.

Polizisten im ganzen Land ehrten Beltrame mit einer Schweigeminute. Sein Sarg wurde von der Ruhmeshalle Panthéon aus zur Zeremonie in der Invalidenanlage gebracht. Dort ist Napoleon bestattet. dpa