Politik

Asylrecht Achter Flug aus Deutschland erreicht Afghanistan

Gefährder abgeschoben

Kabul/Berlin.Mit dem achten Abschiebeflug hat Deutschland die größte Gruppe afghanischer Flüchtlinge seit einem Jahr zurück in ihr Heimatland geschickt. Die aus Frankfurt kommende Maschine sei gestern kurz nach 8 Uhr Ortszeit in Kabul gelandet, sagte der Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Flughafen, Schah Saman. Zum ersten Mal waren zwei Gefährder an Bord, denen die Behörden Terrorakte zutrauen. Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil sich dort der Konflikt zwischen Regierung und islamistischen Taliban drastisch verschärft. Es gibt mittlerweile landesweit Gefechte und Anschläge.

Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums (BMI) bestätigte, waren 27 Passagiere an Bord. Das ist die größte Gruppe seit dem ersten Abschiebeflug im Dezember 2016, als 34 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan geflogen worden waren. An der Rückführungsmaßnahme, die von 73 Beamten der Bundespolizei begleitet worden war, hatten sich laut BMI die Länder Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen beteiligt, wobei allein Bayern laut einer Pressemitteilung der Landesregierung 17 Passagiere gestellt hatte.

Laut BMI waren 17 Männer Straftäter. Acht seien „Personen, die hartnäckig eine Mitwirkung an der Identitätsfeststellung verweigern“ – eine Kategorie, die Flüchtlingsaktivisten kritisieren, weil sie sehr weit ausgelegt werden kann. dpa