Politik

Südkaukasus Armenien ruft Kriegszustand aus

Gewalt eskaliert

Archivartikel

Baku/Eriwan.In der Unruheregion Berg-Karabach im Südkaukasus sind bei einer außergewöhnlichen Gewalteskalation zwischen den verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan mehrere Menschen verletzt und getötet worden. Armenien rief den Kriegszustand aus und kündigte eine Generalmobilmachung des ganzen Landes an, wie Regierungschef Nikol Paschinjan in Eriwan mitteilte. Zuvor hatte Aserbaidschan eine Militäroperation an der Demarkationslinie angekündigt sowie von einer Eroberung von sieben Dörfern gesprochen.

Die von Armenien kontrollierte Region gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten.

Nach offiziellen Angaben aus der Hauptstadt Stepanakert wurden etwa zehn Soldaten aus Berg-Karabach durch Beschuss getötet. Auch Aserbaidschan teilte mit, dass es Tote und Verletzte in den eigenen Reihen gebe. Zwischen den verfeindeten Ländern kam es nach Angaben beider Seiten am frühen Sonntagmorgen zu schweren Gefechten.

Deutschland und Frankreich forderten eine sofortige Einstellung der Kämpfe und eine Wiederaufnahme des Dialogs. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich alarmiert über die erneuten, massiven Auseinandersetzungen und Berichte über zivile Opfer. 

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