Politik

„1. Mai“ Kundgebungen und Demonstrationen von Linken

Gewerkschaften nehmen Koalition in die Pflicht

Archivartikel

Nürnberg/Berlin.Roboter in menschenleeren Fabrikhallen, vernetzte Computersysteme – die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt auch für Gewerkschaften eine wachsende Herausforderung dar. Am „Tag der Arbeit“ kam kaum ein Kundgebungsredner daran vorbei.

Die Gewerkschaften halten angesichts der Umwälzungen in der Arbeitswelt eine Stärkung von Arbeitnehmerrechten für überfällig – und sehen dabei vor allem die Bundesregierung in der Pflicht. Notwendig seien dazu mehr Mitbestimmung und Tarifverträge für alle Beschäftigten, betonten führende Gewerkschaftsvertreter auf zahlreichen Kundgebungen. Nur so lasse sich die Digitalisierung meistern, die in Büros und Fabrikhallen den Berufsalltag von Millionen Beschäftigen verändern werde, betonten Redner.

Weniger Zulauf bei Kundgebungen

An den rund 500 Veranstaltungen zum Mai-Feiertag nahmen nach DGB-Angaben rund 340 000 Menschen teil – etwa 20 000 weniger als vor einem Jahr, als die Bundestagswahl bevorstand. In mehreren Städten Ostdeutschlands verbanden Gewerkschaften die Kundgebungen zum Mai-Feiertag mit Protesten gegen Auftritte rechtsextremer oder rechtspopulistischer Gruppen. Vielerorts verknüpften die Veranstalter ihre Kundgebungen mit Kulturveranstaltungen oder Freiluftpartys.

Tausende Linke und Linksextreme sind am Abend in Berlin und Hamburg gegen Kapitalismus, Rüstungsexporte und Rassismus auf die Straße gegangen. Im Gegensatz zu früheren Jahren blieben die traditionellen „revolutionären 1. Mai-Demonstrationen“ weitgehend friedlich. In Berlin-Kreuzberg versammelten sich nach Polizeiangaben anfangs rund 1500 Menschen, denen sich immer mehr Demonstranten anschlossen.

In Hamburg zählte die Polizei bei nasskaltem Wetter rund 2200 Teilnehmer. Aufgrund der früheren Ausschreitungen war die Polizei mit starken Kräften präsent, allein in Berlin mit 5300 Beamten. Hier gingen an der Spitze des Zuges zahlreiche schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten. Es wurden bengalische Feuer gezündet sowie Fahnen geschwenkt. Rauchschwaden stiegen auf. Auch Fahnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK waren zu sehen.