Politik

Venezuela Sechs Verdächtige festgenommen

Großfahndung nach mutmaßlichem Attentat

Archivartikel

Caracas.Nach dem möglichen Anschlag auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro haben die Ermittler eigenen Angaben zufolge die Täter identifiziert. „Es war ein versuchter Mord am Staatschef und ein versuchtes Massaker, denn an dem Ort des Geschehens waren die obersten Regierungsmitglieder und hohen Militärs“, sagte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab gestern. Sechs Verdächtige seien bereits festgenommen worden, sagte Innenminister Néstor Reverol. Es werde weiter nach Tätern und Hintermännern gesucht.

Nach Regierungsangaben hatten Attentäter am Samstag während einer Militärparade versucht, einen Bombenanschlag mit Drohnen auf Maduro zu verüben. Das Staatsfernsehen hatte den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede hielt. Der Staatschef blieb unverletzt. Sieben Nationalgardisten erlitten nach offiziellen Angaben teils schwere Verletzungen.

Direkt nach dem Zwischenfall waren Zweifel an der offiziellen Attentatsversion aufgekommen. Vor allem Aussagen von Feuerwehrleuten nährten den Verdacht, dass es sich lediglich um einen Unfall mit einem Gastank in einem nahen Gebäude gehandelt haben könnte. Allerdings veröffentlichte der Ex-Militär und Sicherheitsberater Cesar Guardiola ein Video, auf dem eine bei dem vermeintlichen Anschlag verwendete Drohne zu sehen sein soll. Die Authentizität des Videos ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.

Zur Unklarheit trug das vermeintliche Bekenntnis einer bislang unbekannten Rebellengruppe bei. Die „Soldados de Franelas“ (Flanell-Soldaten), die sich als „patriotische Militärs und Zivilisten“ bezeichneten, bezeichneten sich auf Twitter als Autoren des Drohnenanschlags.

Bei dem Attentat seien zwei Drohnen benutzt worden, die jeweils mit einem Kilo des Sprengstoffes C-4 beladen gewesen seien, sagte Innenminister Reverol. Einer der Festgenommenen sei 2017 in einen Angriff auf eine Militärbasis involviert, ein weiterer sei 2014 nach Protesten gegen die Regierung in Haft gewesen.

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