Politik

Internet Noch-AfD-Chefin sichert sich Adresse

Gründet Petry jetzt "Die Blauen"?

Archivartikel

Berlin.Eine von der AfD-Abtrünnigen Frauke Petry registrierte Internetadresse haben Spekulationen über die Neugründung einer Partei "Die Blauen" genährt. Petry bestätigte, die Internetadresse "dieblauen.de" angemeldet zu haben. Eine Partei stecke aber nicht dahinter, sagte sie. Das "Blau" verkörpere eine Idee.

Petry und ihr Ehemann Marcus Pretzell hatten am Dienstag angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und aus der AfD auszutreten. Ihre Parlamentsmandate wollen sie aber behalten. Petry hatte den Austritt mit einer "Radikalisierung" der Partei begründet. Pretzell heizte gestern Gerüchte über die Gründung einer neuen Partei an. Im ZDF sagte er, es gebe "derzeit keine Partei, die in der Lage wäre, politische Veränderungen in Deutschland durchzusetzen. Und wenn es keine gibt, dann muss man. . . ja, lassen Sie sich mal überraschen, was wir so vorhaben." Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte er, eine bundesweite Partei nach CSU-Modell sei ansprechend. Man brauche die CSU bundesweit.

Proteste aus der Kultur

Unterdessen haben Kulturschaffende und Politiker davor gewarnt, der AfD den Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestags zu übertragen. Es dürfe nicht passieren, dass eine "rechtsradikale Partei" an einer der sensibelsten Stellen des parlamentarischen Systems ihr "nationalistisches Gift" injiziere, heißt es in einem offenen Brief an den Ältestenrat des Bundestags. Zu den Unterzeichnern gehören Schauspielerin Iris Berben und die Präsidenten von Bühnenverein, Goethe-Institut und Preußenstiftung, Ulrich Khuon, Klaus-Dieter Lehmann und Hermann Parzinger. Von Parteien sind Diether Dehm (Linke), Bernd Fabritius (CSU), Elisabeth Motschmann (CDU), Michelle Müntefering (SPD) und Claudia Roth (Grüne) vertreten.

Die AfD war bei der Bundestagswahl drittstärkste Fraktion geworden. Die Ausschüsse werden entsprechend den Kräfteverhältnissen im Parlament mit Abgeordneten der verschiedenen Parteien besetzt. (dpa)