Politik

Opposition AfD erstmals nur mit bescheidenen Erfolgen

Grüne jubeln, Linke trauert

Archivartikel

Berlin.Mehr Freude geht nicht. Weil der Andrang so groß ist, sind die Grünen mit ihrer Fete von der Parteizentrale in die Heinrich-Böll-Stiftung umgezogen. Annalena Baerbock, Anton Hofreiter und Spitzenkandidat Sven Giegold johlen, tanzen und hüpfen in der ersten Reihe, als das Ergebnis kommt. Die Klimaschutzstreiks der Schüler haben den Grünen mächtig Luft unter die Flügel gebracht. Baerbock analysiert: „Diese Wahl war eine Klimaschutzwahl“. Die beiden Europa-Spitzenkandidaten Ska Keller und Sven Giegold kündigen in einer gemeinsamen Erklärung an: „Wir werden die Stimme der Klimabewegung von der Straße ins Parlament tragen.“

Nach den Zahlen ist auch die AfD eine Tagessiegerin. „Plus 50 Prozent bei der Europawahl“, rechnet Parteisprecher Jörg Meuthen vor, von 7,1 auf mehr als zehn Prozent. Für Bremen nennt er die Prozentzahl nicht. Hier belässt es Meuthen bei dem Satz, dass „wir nicht aus der Bürgerschaft rausgekegelt worden sind“. Es ist das erste Mal, dass die Rechtspopulisten mit bescheidenen Erfolgen zufrieden sein müssen.

An Wahlabenden gibt es nie Verlierer. FDP-Chef Christian Lindner ernennt seine Partei zum „kleinen Wahlgewinner“. Erstens sei die liberale Fraktion im Europaparlament gestärkt, zweitens habe die FDP „in absoluten Zahlen“ ihre Stimmen fast verdoppelt. Das liegt daran, dass die Wahlbeteiligung deutlich höher ist als vor fünf Jahren.

Im Karl-Liebknecht-Haus der Linken herrscht ein wenig Katzenjammer. Bei der Europawahl hat man nur etwas mehr als fünf Prozent erzielt. Parteichef Bernd Riexinger sagt frustriert, seine Partei habe „ein besseres Ergebnis erwartet und verdient gehabt“.