Politik

Partei Grüne möchten Begriff streichen / Breite Unterstützung

Grundgesetz ohne „Rasse“?

Archivartikel

Berlin.Die Grünen-Forderung nach Streichung des Begriffs „Rasse“ aus dem Grundgesetz stößt in der Koalition auf Offenheit. Neben den Oppositionsparteien FDP und Linke spricht sich auch die stellvertretende SPD-Chefin Serpil Midyatli klar dafür aus, Innenminister Horst Seehofer (CSU) zeigt sich gesprächsbereit. Er sei bereit, über diesen Vorschlag zu diskutieren, sagte Seehofer in Berlin: „Ich versperre mich da nicht“. Wichtiger sei für ihn aber die Eindämmung von Rassismus in der Praxis. „Der veraltete Begriff ,Rasse’ hat im Grundgesetz nichts zu suchen, er muss aus Artikel 3 gestrichen werden“, sagte Midyatli.

Grünenchef Robert Habeck und die grüne Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteiner Landtags, Aminata Touré, hatten zur Begründung erklärt: „Es ist Zeit, dass wir Rassismus verlernen.“ Der Begriff manifestiere eine Unterteilung von Menschen in Kategorien, die Anspruch und Geist des Grundgesetzes widersprächen. „Es gibt eben keine ,Rassen’. Es gibt Menschen.“ Bereits nach dem rassistischen Anschlag in Hanau hatten die Grünen den Vorschlag vorgebracht.

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