Politik

Venezuela Dem selbst ernannten Übergangspräsidenten droht die Inhaftierung / Russland warnt die USA

Guaidó kündigt Rückkehr an

Archivartikel

Caracas/Salinas.Im Machtkampf in Venezuela bahnt sich die nächste Kraftprobe an. Trotz seiner drohenden Festnahme kündigte der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó von Ecuador aus die Rückkehr in seine Heimat an – und rief für Montag und Dienstag zu neuen Protesten gegen den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro auf. „Ich kehre nach Hause zurück. Es ist zwar Karneval, aber wir haben wenig zu feiern und viel zu tun“, sagte der 35-Jährige am Samstag auf einer Pressekonferenz mit Ecuadors Präsidenten Lenín Moreno im Küstenort Salinas.

Der Parlamentschef hätte gar nicht ausreisen dürfen: Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren, weil er sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten des Krisenlandes erklärt hatte. Trotz aller Kontrollen war es ihm aber gelungen, am 22. Februar zu einem Benefizkonzert in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta zu erscheinen – eine Provokation.

Staatschef Maduro hatte seine Landsleute vorzeitig in die Karnevalsferien geschickt: Er erklärte den Donnerstag und den Freitag vergangener Woche zu Feiertagen. „Der Karneval soll eine große nationale Feier werden, um den Frieden zu bekräftigen“, sagte er. Der 56-Jährige gab sich betont gelassen.

Unterstützung bekommt er aus Moskau. Russland will nach eigenen Angaben alles unternehmen, um Maduros Sturz zu verhindern. „Wir haben große Angst, dass die USA ein Blutvergießen provozieren könnten, um einen Grund für einen Einmarsch in Venezuela zu finden“, sagte die Vorsitzende des Föderationsrates in Moskau, Valentina Matwijenko, gestern.

Guaidó wird dagegen von den USA und Dutzenden lateinamerikanischen und europäischen Ländern unterstützt. So warnte die EU Maduros Regierung, jede Maßnahme, die die Freiheit, Sicherheit oder persönliche Integrität Guaidós gefährde, bedeute eine erhebliche Eskalation.

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